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6 (1836) Der Kanton Unterwalden, historisch, geographisch, statistisch geschildert ... : ein Hand- und Hausbuch für Kantonsbürger und Reisende / von Aloys Businger
Entstehung
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Halbmond noch bis zum SäntiS der Appenzekler sich ausrünben.Aber wie erwartet in ihrer Wuth, wie gehemmt in ihrem Stre-ben hört« die Umwälzung hier beim Lande der Wälder auf;nur noch einzelne Massen auf. und abschwemmend und in ihrerletzten Station das -ungeheure Material« der Schöpfung nochverwendend im Negelfluhgebäude des Rigi und den Kalkthnr-men des Pilatus . Die Mcereswoge stand jetzt still als lieb.liches Gewässer der Waldstatt . So mag das Land sein Ent-stehen , seine Gestalt und Bildung der Urrevolution verdanken.Eine spätere Revolution bildete die große Terasse oder Erd-schichte, welche das Land in das westliche und östliche Thalscheidet; und mehrere kleinere Verwandlungen erduldete dieGestalt desselben durch Ueberschwemmnngen der Bergströme,durch das Herabrollen gewaltiger Zelsentrümmer, durch Erd-schlipfe und andere Verschütrnngeu.

Das Land Untecwalden liegt außer dem Gebiete des Gra-niks, Kornstein oder Geisbergec genannt, und außer dem Ge-biete der Nagelfluh, auch Geröll-, Hagel-, Puddingstein ge-nannt. An den Granit streicht das Land durch die Grenzenvon Ury und Bern ; an die Nagelfluh durch die Grenzen vomluzernerische» Entlebuch ; übrigens liegt es im Bereiche des Kalk-steins und der Kalkerde, die dem Rasen, besonders auf denAlpen, seine Fruchtbarkeit gibt.

Die Mannigfaltigkeit der GebirgSarten, sagt ein hiesigerSachkenner sehr richtig , beginnt erst an dem Gotthardstocke,wo sich das Kalkgebirge an das Urgebirge anlehnt. Hier findensich auch verschiedene Uebergangsformen zwischen dichtem Kalk,Quarz, Thon mit Mergelschiefer, Thonschiefer und Gneis unddem Niereuweise vorkommenden Kieselschiefec. Im Verlauf«dieser Kalkgebirgszüge zeigen sich nicht selten merkwürdige Mine-ralien, als weiße und braune Bergkcystalle auf den Engelberger-Alpen, grüner und weißer Flußspath auf dem Lauchernstock obWolfenschießen, schöne krystallinische Feldspathe an dem Fuße desStansecbecges bei Thalenwyl, Schwefelkiese und faserige GypS-spate bei Ennetmoos , reine Kalkspathe und rosenfarbene Quarzein den Spalten der Drache,iflnh; nebstdem finden sich nochzerstreut eingesprengt in diese Felsenmassen verschiedene Mine-ralien, als Adulare, Schörl, Azolit, Lianit, Skrahlstein,Eisenglanz, Eisenglimmer, Kristalle mit Chlorit, Quarz, Talk,Specksteine, Schillersteine, Glimmer, Chloriterde und Horn-blendeschiefer. Aus einer andern Modifikation des Kalkes, näm-lich der Liasfocm, bestehen die den Hauptgebirgen parallel lau-fenden niedern Nebengebicge, als der Muterschwanderberg,Rozberg und Bürgenstock. Hier finden sich verschiedene Ver-steinecungen; davon die gewöhnlichsten find: Terebratuliten,Ehemniten, Numuliten, häufig an der Straße von St. Anroninach St. Jost; Pektiniten, seltener Belemniten und Ammoniten,wie auch Abdrücke von Pflanzen und Fischen im Thonschiefer imEngelbergerthale.

Der Pilatus , sagt Ebel, besteht aus Kalkstein mit The«und Quarz gemischt; im letzten Falle bildet er Sandsteine, diebisweilen aus Quarzkönuern bestehen; im ersten Falle Mergel