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6 (1836) Der Kanton Unterwalden, historisch, geographisch, statistisch geschildert ... : ein Hand- und Hausbuch für Kantonsbürger und Reisende / von Aloys Businger
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und, wie Häfligers Volkslied sagt, ganz geeignet ist, Leib undSeel' zusammrn ;» binde». Die Nydlen oder Milchrahmesind hier fetter als anderswo, und geben ungeschwunge», mirKäsbulber» oder feinem Ziger vermischt, die beliebte» Zu.sterli im Sommer, im Winter aber. mit dem Göschler ge-schwnngen daS unentbehrliche Gericht eines Faßnachtabends.Die Ofenkrapfeii bestehen aus spanischem Teige, in kleine -Vierecke gemodelt, mit einer Fülle von Birnenschnitz und Spe- ^zerei, werde» >m Üfeii gebacken und sind gute Leckerbissen. DieZigerkrapfen bestehe» aus geringerm Teige und werden inder Pfaime gebacken. Man stellt sie an Kilwenen mit Küch-lein aiif. Die Lebkuchen werden in Nidwalden aus Bie-nenhonig mit delikater Fülle, in Obwald«» aber ans Birn^i-honig (Obsthonig) und meistens ohne Fülle verfertigt. Siediene» theils als Nachtisch und theils als Geschenke a» Pa-khenkinder. Freunde nnd Verwandte, und verschaffen den da-für eigens bestehenden Bäckereien bedeutenden Gewinn. Nebstdiesen ländlichen Leckerartikeln genießt auch der Senn in denAlpen noch die seinem Stande eigene» Speise», wie das Kol-lermuß u. dgl. Bei öffentlichen Gastereien herrscht nicht nuralle Hülle und Fülle, sondern auch Geschmack und Auswahl.

Wohnungen und andere Gebäude.

Die Häuser in beiden Theile» des Landes haben im Durch-schnitte eine ziemliche Gleichförmigkeit, nur sind in Nidwalden seit dem Brande von 1798 mehr neue als i» Obwaldeu. DiePhysiognomie der hiesigen Architektur ist nicht »»angenehm; siehat etwas Heiteres und Offenes; die Gebäude sind leicht, mehrschlank als zusammengedrängt; zwar meistens von Holz, dochauf ziemlich hohen Mauern ruhend, welche sauber geweißt gindselten hinter aufgethnrmten Holzstößen versteckt sind. DieMauern bilde» das Erdgeschoß und enthalten die Keller, oftauch die Speicher und Sennhütten; das erste Stockwerk faßtdie eigentliche Wohnung, eine Stube zur einten und eineSchlafkammer zur andern Seite von vorne, rückwärts dieKüche nebst einem Wohnstübchen; das zweite Stockwerk dieSchlafkammer», hier Lauben genannt; zu oberst im Firstgadenist die Nußdiehle und andere Kämmerlei» mit Nuß - undSchnitzkasten besetzt. Darüber wölbt sich ein Giebeldach, mei-stens von Schindeln mit Latten und Steinen beschwert odervon Schindelchen mit Nageln angeheftet, aber niemals mitStroh, und jetzt sehr häufig mit Ziegeln bedeckt. Um dieWände des Hauses reihen sich die Vorlauben zur Trocknungder Wasche und andern Bequemlichkeiten eingerichtet. DieHauptstiege ist bald in, bald außer dem Hause angebracht. DerKückenheerd beim gemeinen Mann ist meistens »och offen undkunstlos, und ohne eigentliches Kamin; auf den Bauernhöfenwird den Hühnern hinter dem Feuer ein freundlicher Aufent-halt verstattet, wo ihr sogenannter Krummen oder Käfig steht,und wozu sie von außen durch ein kleines Skieglein gelangen.