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9 (1834) Der Kanton Freiburg, historisch, geographisch, statistisch geschildert ... : ein Hand- und Hausbuch für Kantonsbürger und Reisende / herausgegeben von Franz Kuenlin
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Umwege, um mein kochendes Blut zu kühlen, nach Remetz-tvyl zurück.

Das einzige Mittel, mein leidendes Her; zu heilen, LaSdurch diesen unerwarteten Schlag eine ttefe Wunde erhaltenhatte, war schnelle Entfernung und Zerstreuung im buntenGewühl ^des Waffenlebens,

Nach einer' schlaflosen Nacht, die ich in einem schrecklichenKampfe mit mir selbst zugebracht hatte, nach welchem ich die-sen raschen Entschluß genommen, machte ich meinem FreundeBondcrweid am andern Morgen den Vorschlag, schon amEnde der Woche zu verreisen, und mich auf ein Paar Wochenin meine Hcimakh zu begleiten, >00 meine Gegenwart zumTheil nöthig war, um einige Angelegenheiten zu beendigen.

Da er des Landlebens satt war, so willigte er sogleich ein,nnd auf der Stelle trafen wir unsere Auffalle», um ehestensabreisen zu können.

Als ich das Fräulein Tlsbeth das letzte Mal besuchte,»m Abschied von ihr zu nehmen, sagte sie mir, indem sie mireine runde, goldene Kapsel reichte, die ihr sehr wohlgelnngc-ne-S Porträt mir dem Namensznge von ihrem dunkelbraunenHaare enthielt:Ich werdb lebenslänglich die Schuldnerinmeines edel» nnd großmüthigen Retters bleiben. Behalten Siedies kleine Andenken, als einen schwachen Beweis meines war-men Dankes; wenn Sie je an Ihre Freundin Elsbeth den-ken , so erinnern Sie sich zugleich auch an ihre unwandelbar«Erkenntlichkeit! Leben Sie wohl, leben Sie , , glück!".

Noch setzt, tönen ihre letzten Worte lieblich in meinen Oh,-«,,:«Leben Sie woll, leben Sie glücklich!" Ach! wie konnt«ich ohne Sie glücklich scpn, als im täuschenden Traume?

Schott bor dem siebenjährigen Kriege hakte ich eineKompagnie erhalten, und in der Schlackn bei Haste »deckdas Ritterkreuz des Sankt Ludwigordens, da der Herzog bonCnmberland bor dem französischen Scere unter dem Prin-zen bon Sonbise weichen muffte. Aber das Schicksal deckKrieges, auch wenn es zu lächeln scheint, ist wetterwendisch;denn am 5, Winrcrmond wurden wir bo» Friedrich von Preußen gänzlich geschlagen. Wie im Brande bon Frei-burg verlor ich in der denkwürdigen Schlacht bei Roßbachall mciti Gut und Habe, nnd dazu noch einen Theil der Mann-schaft meiner Kompagnie, und ward zugleich mir mehrerenWunden bedeckt, die jedoch nicht gefährlich waren.

Don den übrigen Begebenheiten dieses Krieges berühreich hier nichts weiters. Als im Jahr 1763 der Friede ge-schlossen ward, nachdem eine Million Menschen dem GottMabors geopfert und viele Länder verheert, verwüstet underschöpft worden, nahm ick> meinen Abschied, nnd trat meineKompagnie einem meiner Neffen ab, der schon seit mehrerenJahren in derselben als Lirulenant diente, und sich in diesen

') 26. Jnli 1757.