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9 (1834) Der Kanton Freiburg, historisch, geographisch, statistisch geschildert ... : ein Hand- und Hausbuch für Kantonsbürger und Reisende / herausgegeben von Franz Kuenlin
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verschiedenen Feldzngen durch Muth , Kaltblütigkeit und Thä-tigkeit ausgezeichnet hatte.

Mit einem ehrenvolle» Abschiede in der Tasche und miteinem lebenslänglichen Gehalt für meine langen und treuenDienste bom Könige belohnt, verliest ich Frankreich , undreis'ie gemächlich von Stadt zu Stadt, von Provinz zu Pro-vinz nach Tomils im schönen Alpenthale, welches die Al-bula bewässert.

Durch meine lange Abwesenheit aus meinem Vaterland«war mir meine Heimath beinahe znr Fremde geworden. Selbstüber ein halbes Jahrhundert alt, waren meine beide» Oheimeschon langst gestorben, und ich hatte, den Hanptmann abgerech-net, der nun meine Stelle bei der Armee vertrat, blos »ocheiinge Enkel und Enkelinnen, die ich kaum dem Namen nachkannte, der entfernter» Vettern und Mnhmen gar nicht z»gedenken. Mein irdisches Glück hatte ich in der Klause zuBürzeln schon langst verloren; Elsbcth war die glücklich«Gattin des als Krieger ruhmvoll bekannten Grafen von Dies-bach, und die Mittler mehrerer Kinder, die alle schon erwach-sen waren. Was seilte ich in der Welt noch thun? Un-bekannt mit den Gesehen, Gebräuchen und Sitten dcö Grau. n d ncrlandcs konnte ich gewissenhaft keine Beamtenstell«annehmen, und im heimathlichen Dorfe blieb ich öde und wisvereinzelt, ich fand Nirgends einen Halt- und Berührnngs-pnnkt. Erinnerungen aus meinem harmlosen Jngcndleben imGorteshanfe zu Disentis brachten mich auf die Idee, di«letzten Jahre meines Lebens in einem Kloster zuzubringen,und zu diesem Ende in einen geistlichen Orden zn treten, undda ich in Fceiburg noch mehrere alte Bekannte und Freund«hatte, so wählte ich zn diesem Ende die Cisterzienserabtei Al-tenryf, zwei Stunden ob Fceiburg am rechtet, Ufer deSSa n c n flit ssc s, die ich schon bei meinem ersten Aufenthaltedaselbst besucht hatte, und die mir sehr gefiel. Meine Güterzn Tomils übergab ich meinen nächsten Verwandten gegeuein lebenslängliches mäßiges Jahrgeld, und mit einer wohlge-spickten Chatulle versehen, trat ich die Reise nach Fceiburgan, wo ich meinen alren Freund Anton Bande rweid wie-derfand.

Mein Aufenthalt daselbst dauerte mir wenige Tage, wah-rend welcher ich mehrere Male meine unvergeßliche Freundin..Elsbcth besuchte, die erst vierzig Jahre alt noch schön undreizend war, und als Hansmnttec sedem, der sie näher kannte,Achtung und Ehrfurcht einflöstte; aber ihren Anblick konnt«ich nicht lange ertragen, weil mein Herz wieder zn blutenanfing.

In Altcnryf waren meine Einrichtungen bald getrof-fen. Ich trat Anfangs daselbst blos als Kostgänger ein, umdas Feld vorher zn rekognosziren, in welchem ich das Winter,quartier meines Lebens aufschlagen wollte, und da ich es zweck-mäßig fand, fing ich sogleich theologische Studien an, indemich die lateinischen Klassiker mitten im Toben und Treiben deSKrieges stets als meine Hausgötter mit mir herumgefühce»nd verehrt halte.