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Bon meinem kurzen Noviziate spreche ich nichts, so wievon meiner Ausnahme als Mönch und Priester unter demOrdensnamen Dom Romuald, den mir mein Freund, derAbt Bernhard von Lenzbnrg, gegeben hat.
Einige Jahre hernach fand ich dich, mein lieber Joseph,am Strande der Sane, wie ich es dir oft erzählt habe. Dnhast in meiner Zelle immer die verklärte Madonna bewundert,die meinem Bette gegenüber an der Wand hängt. Ich hab«sie dnrch einen berühmte» Künstler in Paris nach dem Por-träte malen lassen, welches mir Elsbeth einst zum Andenkengeschenkt hatte, und das ich wie eine heilige Reliquie stets aufmeinen, Herzen trage.
Wie lange meine LebenStage noch gezählt sind, weist ichnicht; je eher diese irdische Pilgerreise auf dem Dornenpfadedes Verlorne» Glückes endet, desto besser. Ich danke der gött.liehen Vorsehung für die harte Prüfung, und sehe es als einGeschenk von ihr an, daß sie mir den kleinen Joseph, wieeinen anS dem Wasser geretteten zweiten Moscheh (Mo ses ) finden liest, und ihn mir zur Zerstreuung und Labungsandte, damit ich nicht fruchtlos diese Welt verlasse, indem siemich dazu berief, die Keime der Tugend in deinen Busen zupflanzen. Für dich habe ich diese Dlüttcr geschrieben; sie kön-nen dir vielleicht nützlich seyn, da kein Mensch sein Schicksalvorher bestimmen oder nur ahnen kann; aber fein eigener Herrund Meister kann er stets bleiben, wenn er es ernstlich will,um nicht der geschmeidige Sklave und Schmeichler seiner Lei-benschasten zn werde»; d'rnrn, mein lieber Joseph, vergessedie heilsamen Lehren nie, die ich dir oft eingeprägt habe. Daich nicht weist, ob wir uns je hieniede» wieder sehen werden,so flehe ich täglich znm Himmel, dast er dir seinen Segen spen-de. Nach meinem Tode wird dir der Herr Abt meinen kleinenSparhasen zustellen, dazu ich von meinen Obern die Erlaub-niß erhalten habe. Wandle stets als Christ und Mann anfdem Lebenswege! Amen!
Hauptmann und Ritter Gandenz Battaglia oderDom Romuald.
Mit dieser doppelten Unterschrift endete das Manuscripk,welches mit eben so vielem Interesse gelesen, als angehörtward. Lange unterhielten sich Godel und Frau L> allin vondem vortrefflichen Pater, dessen Begebenheiten ihnen bisher,so wie den meisten Klosterbewohner» unbekannt geblieben wa-ren. Joseph verfügte sich mit seiner Anweisung zn demAbte, welcher ihm eine kleine Schachtel zustellte, die hundertDukaten enthielt, die er hernach mit seiner Pflegemutter thei-le» wollte, die davon aber nach vielem Zubringen nur fünfund zwanzig annahm.