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1 (1859) Geschichte der orientalischen und antiken Baukunst / von Franz Kugler
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Urzeit. Epoche der vierten Dynastie, ihrer Vorgänger u. Nachfolger.

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Jenes eifrige Verlangen des Aegvpters, das Dasein dauerndzu machen, äussert sich zunächst darin, dass der Leib des Men-selten selbst, nachdem sein Auge sich für dies Leben geschlossen,durch die Anwendung kunstreicher Mittel vor Verwesung geschütztwird. -Mannigfache Umhüllung, ein fester Steinsarkophag sichernihn weiter vor Beschädigung. Eine trockne, feste Grabstätte,zumeist in dem felsigen Boden der Uferberge ausgehöhlt, nimmtden Sarkophag auf; ein starker Verschluss verwehrt den Zugangzu dem geweihten Raume, wo der letztere seine Stelle gefunden.Zugleich ist Alles, was an prächtiger Ausstattung aufzubietenwar, auf die Umgebung dieses Baumes verwandt.Die Aegyp-ter, so sagt ein Schriftsteller des Alterthums, 1 heissen die Woh-nungen der Lebenden Herbergen , weil sie nur eine kurze Zeitdarinnen wohnen, die Gräber der Verstorbenen aber ewige Häu-ser, weil sie in ihnen eine grenzenlose Zeit zubringen. Vor-zugsweise ist cs der Höhenzug auf der westlichen, libyschenSeite, die,Gi®zmiir]( zwischen dem fruchtbaren Thalc und derSandwüste, wo diese Grabstätten angelegt wurden; denn abend-wärts, wo die Sonne jenseit der Wüste sich senkt, liegt das Reichder Unterwelt. In der Frühepoche der ägyptischen Geschichte,von welcher liier die Rede ist, besteht die Ausstattung der Gräberzumeist in einer Mauermasse, die über ihnen aufgehüht ist unddie sich bei den Königsgräbern zur krystallinisch geformten Ge-birgskuppe zur Pyramide erhebt.

ln fortlaufender Ivette^ Pyramide an Pyramide gereiht, ziehensich diese Denkmäler, vier und eine halbe Meile entlang, an demFclsufer der 'Wüste hin. Man piie<rt sie nach den zunächst lie-genden Dörfern zu bezeichnen. Sie^oeginncn nordwärts mit denPyramiden von Abu-Roascli, Cairo gegenüber; es folgen dievon Giseh , von Zauiet el Arrian (einem jetzt verschwun-denen Dorfe), von Riga , von Abusir, von Saccara, zuletztdie von Dahschur. Einige vereinzelt stehende Pyramiden, inbedeutenderer Entfernung südwärts, gehören einer jüngeren Zeitan. (Von diesen später.) Es hat aber nur ein Theil dieserDenkmäler seine ursprüngliche Form bewahrt; ein grosser Theilist mehr oder weniger zerstört; manche sind dem Erdboden fastgleich gemacht.

Einrichtung und Erscheinung der Pyramiden sind an sichsehr einfach; doch sind sie an Grösse, an Material und dessen

aeeouut of a voyngc in Upper-Egypt and an appendix by Col. Iloivard Vyse.lid. 0 : Appendix to Operation« etc. coiit^iiiiing* a survey by J. 8. Rerring etc.# of the pyramids of Abu JLtoni^Hmd to tlie Soutlnvard ineluding thoze in theFayoum, by Col. II. Vysc. verkleinerte Nachbildungen sämmtlieher wichtig-ster -Darstellungen dieses Werkes in: Aegyptens Stelle in der Weltgeschichteetc. von Ihmsen, 1hl. II. Neuste Aufnahmen und Mittheilungen in: Denkmäleraus Aegypten und Acthiopien etc. lierausg. von 0. R. JLcpsius, Abtli. I. Vergl.imUebrigen: Deseription de lEgypte, Antiquites, Y r . pl. l J, If.

J Diodor, I, 51.*