Urzeit. Epoche der vierten .Dynastie, ihrer Vorgänger u. Nachfolger. 11
sehen Küste unter gegangen. — Ein im Museum von Leyden befindlicher ägyptischer Sarkophag aus Granit hat dieselbe äus-sere Dekoration. 1
Zur Seite der Pyramide des Cliuf'u und zur Seite der desMencheres liegen je drei Pyramiden von geringerem Verhältnis,s.— Ein wundersames Kiesenwerk, welches ausserdem zur Umge-bung der Gruppe der grossen Pyramiden von Gise h gehört, ist derungeheure Sphinx.k.Qlos.s, der, aus dem natürlichen Fels desBodens gearbeitet, vor der Gruppe lagert, eine ruhende Löwen-gestalt mit dem Haupte eines königlichen Mannes. 2 Aus der stetszunehmenden Flut des Sandes taucht gegenwärtig nur noch derobere Tlieil des Kolosses hervor, so dass nur Haupt und Hals sichfrei erheben. Bei Aufgrabungen, die man um das riesige Bildwerkmachte, hat sich seine Höhe zu 65Fuss ergeben, die Länge seinerTatzen von der Brust bis zu den Krallen zu 57.F., die Höhe derletzteren zu 8 F. 3 Die Gesammtlänge wird zu 142 F. angegeben. ■*Zwischen den Tatzen fand sich, wahrscheinlich aus späterer Zeit,ein kleines Heiligthum angelegt; Reste andrer baulicher Anlagen,vor dem Sphinx und auf ihn bezüglich, erschienen als den letztenZeiten des Alterthums angehörig. Bedeutung und Zweck desKolosses sind noch nicht klar dargelegt. Man hat Gründe zu derVermutliung, dass er mit den Anlagen der Pyramide des Schafrain Verbindung stand und gewissermaassen den Wächter nebendem Aufgange bildete, welcher zu ihnen emporführte. Jedenfallsist anzunehmen, dass diese Bildung zur symbolischen Verkörperungeines besonderen religiösen Begriffes diente, in derselben Art, wiees mit den häufig vorkommenden Sphinxgestalten der späterenägyptischen Kunst und andern monströs erscheinenden Zusammen-setzungen der Fall war. —
Die jüngsten Pyramiden unter denen von Memphis scheinendie der ausgedehnten Gruppe von Saccara zu sein. Die grösstevon diesen zeigt vor allen das deutliche Bild der Anlage in (sechs)grossen Stufen von etwa je 37 FussHöhe; sie führt desshalb auchunter dem Volk den ausschliesslichen Kamen der „Stufen-Pyra-mi de, Haram el Modarggeh“. Die nähere Erforschung des Bauesdieser Pyramide hat übrigens ergeben, nicht bloss dass sie in jenermantelartigen Bauweise ausgeführt ist und dass vielleicht einigeihrer äussern Mantelumlagen bereits verschwunden sind, sondernauch: dass ihr Kern gar nicht auf die eigentliche ausgebildetePyramidenform berechnet war, sondern ein niedrigeres Grabdenk-
1 E. de Rouge, Notice des monuments, exposes dans la galerie d’antiquitesegyptiennes au musee du Louvre, Paris , 1849, p. VIII. — 2 lm Kopfschmuckdes Kolosses ist die königliche Urans-Schlange erkannt worden. S. Ehrenberg(nach Partliey’s Beobachtung) in seiner Schrift über den Cynoeephalus und denSphinx, Berlin , 1834, S. 31. — 3 A. von Prokescli, Erinnerungen aus Aegypten und Kleinasien , I, S. 71. — 4 Bireli, on excavations by Capt. Caviglia in 1816,bchind and in the lieigbourhood of the greatli Spliinx, im Museum of classicalantiquities, II, I, p. 27 (Kupfer.)