Urzeit. Epoche der vierten Dynastie, ihrer Vorgänger u. Nachfolger. 15
ruht. Die Decke ist gelegentlich, von Architrav zu Architrav,gewölbartig ausgearbeitet, auch wohl durch neben einander ge-schichtete Nilzi-egel förmlich eingewölbt. * 1
Pfeiler von Zauietel Meitin.
Aus der Epoche der sec hsten Dynastie findetsich eine nicht unerhebliche Anzahl van Felsgräbernan verschiedenen Orten Mittelägyptens. Dahin ge-hören besonders die zahlreichen Gräber von Z'auic tel Meitin, auf der Ostseite des Nil, nördlich vonAntinoe, deren viereckige Pfeiler zum Theil eine,zierliche Dekoration von Lotosstengeln haben, wel-che nach oben hin in eine reiche, zusammengebun-dene Blumen- und Blätterkrone ausgehen . 2 Sodann,neben späteren Gräbern, verschiedene Gruppen inder Gegend von Bersch eh, südlich von Antinoe ;und andre bis nach der Gegend von Siut hin, sowie
weiter stromaufwärts in der Felsenkette des Gebel-S elin . 3
Ausser diesen Anlagen hat uns die Frühepoche der ägypti-schen Architektur noch einzelne Gedächtnisssteine hinterlassen. Esfinden sich deren auf der Sinai-Halbinsel , im Wadi Maghara.'Sie gehören der vierten Dynastie an, welche die hier vorhandenenKupferminen ausbeuten liess. Die Könige Aegyptens sind hier,im ausserägyptischen Lande, auf den Bildern dieser Pfeiler bereitsals siegreiche Eroberer dargestellt. — Die ausgebildete Obelis-kenform, für die spätere Zeit der ägyptischen Kunst von so eigen-thümlicher Bedeutung, hat sicli als frühstes Beispiel in einemmemphitisclien Grabe aus der Zeit der siebenten Dynastie vorge-funden. 5 Doch sind die Dimensionen in diesem Beispiel nochgeringfügig, ist der räumliche Eindruck somit noch wirkungslos.
Der Charakter der ersten Epoche der ägyptischen Architekturist hienach auf die folgenden Grundzüge zurückzuführen: —■Errichtung von Denkmälern in einfachster, — primitiv kry-stallinischer Form. Streben nach grossartigster Wirkung; daher,
1 Lepsius, Briefe aus Aegypten , Aetliiopien etc. S. 53. Es ist zu bemerken,dass sich verschiedene spätere Zeiten in diese memphitischen Gräber mit ein-gedrängt haben. Diesen gehören die Gräber mit Säulen und die mit Gewöl-ben, welche aus eigentlichen Keilsteinen gebildet sind, an, während jene Nil-ziegelgewölbe in der That in die Epoche des Pyramidenbaues zurückgehen. —
2 Lepsius, Denkmäler, Abth. I, T. 57. — s Lepsius, Briefe, S. 88, 96, 100, 102.—
4 Lepsius, Briefe, S.336; Denkmäler, Abth. X, T. 8. — b Lepsius, Briefe, S. 40.