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im J. 1458 erbaut wurde. In ibr wird jeder neue Sultan (stattder occidentalischen Krönung) mit dem Schwerte der Gnade um-gürtet; kein Ungläubiger darf ibr Inneres betreten. Sie ist ganzvon reinem weisscm Marmor erbaut, viereckig, die Kuppel vonsechs starken Pfeilern und den Ecken einer viereckigen Absis,in welcher sich die Kische de's Mihrab befindet, getragen. Vordem Vorhofe der Moschee liegt eine geräumige Halle mit demGrabmale Ejub’s. 1 ■— Ihr schliesst sich zunächst die „MoscheeMuliammed’s II. an, welche durch den griechischen BaumeisterChristodulos an der Stelle der alten Apostelkirche ausgeführtund im J. 146!) vollendet wurde. — Sodann die Moschee Baja-zet’s II., 1505 vollendet, durch ihr prächtiges Portal und ihrenzierlichen Arkadenhof ausgezeichnet; — und die Moschee Selims I. ,1526 vollendet, welche ebenso durch die Einfachheit des Styleswie durch die ansehnliche Dimension ihrer Kuppel bemerkens-wertli ist. — Die Glanzzeit der osmanischcn Architektur ist dieEegierungsperiode Solimans II. (1520—1566), dessen Bauten derschon genannte Sin an leitete. Unter den von ihm in Constan-tinopel ausgeführten Gebäuden sind hervorzuheben: die nach demMuster der Moschee Muhammed’s II. erbaute „Prinzen-Alosehee“(Schehsadegan-Dschamissi) mit dem Mausoleum zweier Söhne desSultans, vollendet 1 548, — und die „Moschee Solimans“, dasMeisterwerk der osmanischcn' Architektur, vollendet 1555. Dieletztere bildet ein Viereck Von 210 zu 216 Euss und zeigt einevorzüglich reine und gemessene Umbildung der Anlage derSophieukirclie, mit der Anwendung klar spitzbogiger llauptfor-men. Kcben ihr steht das Mausoleum Solimans, ein kleinererachteckiger kuppelgewölbter Bau, der, besonders durch die edleund würdige Behandlung seines Aeusseren, welches von einemspitzbogigen Arkadenportikus umgeben ist, als ein nicht mindergediegenes AVerk bezeichnet werden muss. (Die Geschichte hatden Ausspruch Sinan’s bewahrt, dass er die Prinzen-Alosehee alsSchüler, die Moschee Soliman’s als Meister gebaut und in derAI. Selims zu Adrianopel das Höchste seiner Kunst aufgebotenhabe. a ) — Die Hauptbauten des siebzehnten Jahrhunderts such-ten diese Werke durch Kühnheit der Anlage oder durch denGlanz der Ausstattung noch zu überbieten. Dahin gehört dieim J. IG 14 vollendete Moschee Acluued’s 1-, deren Kuppel aufvier riesigen Kundpfeilern mit kanellirter Bekleidung von weis-sem Marmor (jeder 36 Ellen im Umfange messend) ruht, derenA’orhof sich durch die Zierlichkeit seiner Arkadenhallen au.s-zeichnet und deren Aeusseres von sechs kühnen Alinarets umge-ben ist; — und die „Yeni-Dschami“ (neue Aloschee) oder „AI. derSultanin AValide“ (der Alutter Aluhammed’s IV.), vom J. 1665,welche sich im Aeusseren durch ihren glänzenden, leicht auf-
1 Ali Boy, a, a. O., pl. LXXXII. — 2 J. v. Hammer, a. a. O., I, 8. 413.