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artige» in sehr zierlicher Behandlung. 1 Im Schiff 2 ist einegleichmässige Folge kurzer starker Eundsäulen, welche durch-gängig bereits mit je vier Halbsäulen besetzt sind, indem dasGanze dieser Säuleuform von einem gleich massigen Kapital um-fasst ist. Darüber die aufsteigenden Dienstbündel (je B), dieArkaden der Triforiengallerie (mit je 2 freien Säulchen undjede Arkade von einem grösseren Spitzbogen umfasst) und dieOberfenster, welche denen von Longpont ähnlich sind, mit dergeringen feineren Ausbildung, dass das kleine Rund oberwärtsschon ein einfaches kleeblattartiges Maasswerk hat.
Sodann die Kathedrale von Soissons , 3 in der sich an-derweit eigentümliche Entwickelungsinoinente ankündigen. Eindreiscliiffiges Querschiff durchschneidet sie ziemlich in' der Mitte.Der südliche Querschifffliigel bildet einen von dem Uebrigenabweichenden älteren Bauteil, dem Beginn des Neubaues derKathedrale seit dem Jahr 1175 angehörig. Er ist halbrund ge-schlossen , mit schmalem Umgänge. Bündelpfeiler, mit je zweischlanken Säulen wechselnd, bilden das innere Halbrund; dar-über die hohen, ähnlich geordneten Arkaden einer Empore undein kleines Triforium. Der übrige Bau gehört im Wesentlichendem Anfänge des 13. Jahrhunderts an; vom Chore wird (in-schriftlich) angegeben, dass im Jahr 1212 der kirchliche Dienstin ihm an gefangen habe. Das innere System besteht aus Säulen-arkaden von nicht gedrücktem Verhältniss und einem Triforiumüber diesen ; die Säulen mit je einer schlanken Halbsäule anihrer Vorderseite und dem über letzterer aufsetzenden Dienst-bündel. Das Hauptgewölbe hat die einfache Kreuzform, je einJoch des Schiffes umfassend. Die Oberfenster haben dieselbeAnordnung wie die im Schiffe von St. Leu-d’Esserent. Der Chornimmt die ältere, reich ausgebildete Form aufs Neue auf; erschliesst halbrund, mit gleichfalls halbrundem Umgänge undeinem Kranze von fünf Absiden; diese aber sind bereits, was alsbesonders wesentliche Neuerung erscheint, polygonisch gebildet.(Die Fatjade und der nördliche Quergiebel sind jünger.)
Die Ruinen der Abteikirche von Ours camp, in der Gegendvon Compiegne , lassen eine Weiterbildung des innern Systemsder Kathedrale von Soissons erkennen. Die den SchiffsäulenVorgesetzte Halbsäule läuft hier bereits ununterbrochen als Ge-wölbedienst empor, und statt des Triforiums ist unter den Fen-stern ein, der Theilung der letzteren analoges spitzbogiges Ni-schenwerk angebracht.
Einige Monumente, zu Paris und in der Umgegend, sindunter unmittelbarer Einwirkung der Bauschule der dortigen Ka-thedrale entstanden. Zu ihnen gehören die kleine Kirche St.
1 Vergl. Viollet-le-Duc , dictionn., II, p. 504. — 2 Cliapuy, moy. äge raonum.318. _ -1 Vergl. Viollet-le-Duc , a. a O.. I, p. 63, 194 ; II, p. 309. Wiebeking,burgerl Bauk., T. 85