55
ker, (las obere leichter; die Kapitale in reizvoll leichter Behand-lung. Die Dienste an den Wänden dem obern Schaftstück derSäulen ähnlich und von Consolen getragen; die Fenster zwei-theilig, schlank, ohne Maasswerk, darüber je eine ansehnlicheRose. — U. A. m.
Während der Ausbau der grossen Werke, in denen die An-länge des gothischen Styles gegeben waren, fortscliritt, währenddiese primitiven Elemente in anderen weiter verwandt und ver-arbeitet wurden, traten gleichzeitig neue Entwickelungen - ge-legentlich, wie schon angedeutet, mit einer^ Rückwirkung auf jeneArbeiten — ins Leben. Neue grossartige Kathedralen und andereMonumente wurden, in stets gesteigertem Wetteifer, seit demAnfänge des 13. Jahrhunderts gegründet, neue Kräfte und neueCedanken auf ihre Ausführung verwandt. Die in jenem einge-schlagene Richtung wurde weiter verfolgt, zum entschiednerenBewusstsein, zum harmonischeren Einklänge, zur lebhafterenBewegung durchgebildet. Schon die erste Hälfte des Jahrhun-derts führt die französische Grothik zum Gxipfelpunkte ihrer Ent-faltung; hernach folo-t im Wesentlichen nur materielle Vollen-dung des Begonnenen, nur im Einzelnen noch eine reichere undfeinere Ausbildung, nur in der letzten Spätepoche noch ein buntesund übermüthiges Spiel mit den gegebenen Formen,
Ein erstes neues Entwickelungsmoment bezeichnet der Bauder Kathedrale von Chartres . 1 Hier hatte man um die Mittedes 12. Jahrhunderts (es wird das Jahr 1145 genannt) eifrig ge-baut; doch war das Vorhandene im J. 1195 durch einen Brandzerstört worden, bis auf die Thürme der Westfa^ade, welche demNeubau, zu dem man sofort schritt, einverleibt wurden. ImJahr 1260 erfolgte die Weihung; es scheint nicht, dass der Bau(mit Ausnahme des obern Theiles des Nordwestthurmes) jüngereTheile von Bedeutung hat. Die Kathedrale von Chartres nähertsich, was ihren Plan betrifft, einigermaassen der von Paris , abermit wiederum stärkerer Betonung des kirchlich traditionellenElements. Sie wird von einem dreischiff'igen Querschiff durch-schnitten; die Vorderschiffe schränken sich auf einen dreischiff'igenRaum ein, während der Chor fünfschiff'ig ist und die Seitenschiffeals doppelter Umgang umhergeführt sind, mit drei vereinzelthinaustretenden polvgonen Absiden und kleinen flach absiden-
1 Lassus, A. Duval et Didron, monographie de la cath. de Cliartres. Cha-P'iy, cathedrales franfaises; moy äge monum., 13, 19, 20, 21, 122, 24ß; moy.äge pitt., 153. Winkles, french cathedrals. De Laborde, monum. de la tr,U - pl. 154, ff. Willemin, mon. fr. ined., I, pl. 54, 81, 82. Du Sommerard,es arts au moy. äge, III, S. X, 3. Viollet-le-Duc , dictiomi., I, p. 65, 235 ; II,kl®, 311. Calliat, encyclopedie de 1’architeeture, V. pl. 7, 42, 44, 45, 75.Wiebeking, btirgerl. Bank., 7, 85, 87, 89, 116, 118. Denkmäler der Kunst,
r. so „.)