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XII. Die Architektur des gothischen Styles.
in der Mitte, auf dessen einfachem Deckgesims die Rippen einessehr reichen und zierlichen Sterngewölbes aufsetzen, eins der
edelsten Beispiele solcher Anlage, der Detailbehandlung nachaus der besten Zeit des 14. Jahrhunderts herrührend.
In Hinterpommern sind zunächst ebenfalls einige Hallen-kirchen zu nennen. Unter ihnen erscheint als das Werk früh-sten Beginnes die Marienkirche zu»Colberg. Im Jahr 1321wird der Abhaltung des Gottesdienstes in ihr gedacht, womit dieVollendung des langgestreckten, in der Breite des Mittelschiffeshinaustretenden Chores, dessen innere Anordnung und Behand-lung den in der Marienkirche zu Pasewalk angezeichneten Ele-menten entspricht, gemeint sein dürfte. Der Schiffbau ist fünf-schiffig, die drei mittleren Schiffe aus nächstfolgender Epoche,mit achteckigen Pfeilern, an deren vier Hauptseiten Bündelsäul-chen vortreten, das südliche äussere Seitenschiff aus der Spätzeitdes 14. Jahrhunderts, das nördliche (mit eingewölbten Emporen)aus dem Anfänge des folgenden. Sämmtliche fünf Schiffe wurdenim J. 1450 durch ein hochgegiebeltes, noch erhaltenes Kupfer-dach bedeckt. Die Westseite bildet eine schwere felsähnlicheThurmmasse. Ein Lettner , aus achteckigen Kalksteinpfeilern undhalbrunden Bögen von schwarzen und rothen Ziegeln und ähn-lich behandelter Brüstung gebildet, scheidet den Chor von den