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3 (1859) Geschichte der gothischen Baukunst / von Franz Kugler
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XII. Die Architektur des gothischen Styles.

zu Pyritz , doch mit der abweichenden Einrichtung, dass derOberbau des Mittelschiffes, nur massig erhöht, keine Fensteröff-nungen hat. (Später hat sie manche Veränderung erlitten.)

Profil tlcr Schiffpfuiler in der Marienkirche zu Cösliu. (F. K.)

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Oie Marienkirche zu Stargard war, ihrer ursprünglichenAnlage nach, ein Hallenbau, welcher den vorgenannten des 14.Jahrhunderts entsprach, mit achteckigen Pfeilern, die auf vier

Ecke des Schiffpfeilerprofils in der Marienkirche zu Schlawe . (F. K.)

Seiten mit Dienstbündeln versehen waren. Dieser Anlage gehörtnoch der Kern des Baues der Vorderschiffe an. Im 15. Jahr-hundert wurde sie durch eine umfassende Bau Veränderung, überden beibehaltenen Schiffarkaden und mit Hinzufügung eines neuenausgedehnten, mit einem Umgänge versehenen Chores, dem Sy-steme des Hochbaues einverleibt. Die räumlichen Verhältnissedieses umgewandelten Gebäudes sind wiederum sehr kolossal, dieHöhenrichtung entschieden vorwiegend, aber das Ganze ist dabeivon edlem Gleichmaasse erfüllt, die Wirkung eine wohlthuendbefriedigende. Am Schiffbau kommt hier für das Einzelne wenigAndres in Betracht, als die Oberfenster mit dem allerdings un-schönen eckigen Bruch, dessen Form für die Spätzeit charakte-ristisch ist. Ein selbständiges, sehr kräftiges System entfaltetsich dagegen im Chore: die Pfeiler achteckig, schlank, mit ein-gelassenen Ecksäulchen, oberwärts mit kleinen Tabernakelnischengekrönt; die Scheidbögen, zwischen denen leichte Gurtträger