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ansetzen, in stark überhöhter Linie aufsteigend; über ihnen einsehr reicher Rosettenfries, eine Triforiengallerie mit einfachenPfeilern und darüber das Oberfenster in der üblichen Schlicht-heit. Die Strebepfeiler des Chores treten nach innen hinein, im
Aeussern flache Wandpfeiler bildend,die (ähnlich denen der Katharinen-kirche von Brandenburg , S. 461) mitsehr reicher Dekoration ausgestattetsind: dreigeschossige, fensterartigeBlendnischen zwischen vorspringendengegliederten und mit kleinen Bild-nischen versehenen Eckvorsprüngen,in den Haupttheilen rothe und schwarzeSteine wechselnd, alles Maasswerk undsonstige Verzierungsstücke dagegen ausschwarz glasirten Steinen, das Ganze,bei allerdings barbaristischer Zusam-menstellung der Stücke, von hoherphantastischer Pracht. An einer, aufder Nordseite des Chores vortretendenachteckigen Kapelle sind die Strebe-pfeiler aus vier Seiten eines Sechsecksgebildet, mit Stabbündeln auf denEcken und völlig aus schwarz glasir-ten Steinen bestehend, was einen wun-dersamen, tief ernsten Eindruck her-vorbringt. Der Westseite der Kirchelegt sich sodann ein machtvoller zvvei-thürmiger Bau vor, dessen Mitteltheilsich als mächtig hohe Halle gegen dasMittelschiff öffnet. Die Thürme steigenin einfach viereckigen Massen empor,reich belebt und gegliedert auf jederSeite durch drei hochschlanke Fenster-nischen mit schlichtem Relief-Stab-und Maasswerk. Der nördliche Thurmhat einen kleinen achteckigen Ober-bau zwischen Eckthürmchen, dessenBehandlung jedoch schon an sich denunteren Theilen nicht ganz entsprichtund der eine moderne Kuppelbedachung trägt; der südlichelhurm bricht bereits in geringerer Höhe ab; — die ursprünglichbeabsichtigte Gesammtwirkung liegt somit nicht klar vor.
Dem ebengenannten Bau schliessen sich einige Hallenkirchenan: die Johanniskirche zu Stargard , angeblich 1408 ge-gründet, deren ursprüngliche, etwas rohe Anlage älter zu seinscheint, mit verwandten dekorativen Theilen, besonders an dem