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3 (1859) Geschichte der gothischen Baukunst / von Franz Kugler
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Die skandinavischen Lande.

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Einfassungen von schwarzglasirten Steinen. Ihre Länge beträgt171 Fuss, ihre Breite 68 F., die Mittelschiffbreite 28/a F., dieMittelschiffhöhe 50 F., die Seitenschiffhöhe 30 1; 2 F. Das grössteGebäude des Landes, irn Style des 14. Jahrhunderts, ist die Pe-terskirche zu Malmö . 1 Ihr System entspricht, wie es scheint,schon entschieden dem der Marienkirche zu Lübeck (S. 446); derChorumgang hat die polvgone Vorlage, die, in unregelmässigerGrunddisposition, mehr mit dem Chore des Domes von Lübeck als mit dem der Marienkirche gemein haben. 'Die Län°-e beträgt247 Fuss, die Breite 71 F., die Mittelschiffbreite 28 F., die Mit-telschiffhöhe 60 F., die Seitenschiffhöhe 16 F. Sie hat im Aeus-seren Strebebögen und wiederum Details aus schwarzglasirtenZiegeln. Andre Kirchen, zumeist aus spätgothischer Zeit, sindvon geringer Bedeutung. Als dreischiffige, sehr einfach behan-delte Beispiele sind die Marienkirche zu Ystad (mit älterenschlicht romanischen Theilen) und die Kirche zu Bästad her-vorzuheben. Die von Ahlstad bildet ein Gemisch verschiedenerTheile. Die zu Engelholm hat einfache Kreuzform. Die Klo-sterkirche zu Lund 2 ist ein einschiffiger Bau von einfachsterArt. U. s. w. Einige Landkirchen, von schlicht oblongerForm mit rechteckigem Chorraume, scheinen die Spätformen derdortigen Landkirchen romanischen Stvles mit den einfachstenTypen des gothischen zu wiederholen.

c. 1) ü n e m a r k.

In Dänemark ist der Dom St. Clemens zu Aarhuus fürden Frühbeginn nordischer Gothik und zugleich für die Behand-lung späterer Zeit von Bedeutung. Neben älteren romanischenTheilen (Thl. II, S. 590) trägt er im Bau der Vorderschiffe nochschweren übergangsinässigen Charakter, während der schlank er-habene Chor dem entwickelten Style des 14. Jahrhunderts folgt.Seine Gesammtlänge beträgt 300 Fuss. Die St. Knudskirchezu Odense auf der Insel Fünen scheint ein schlicht strengerBau frühgothischen Styles (angeblich nach einem Brande von1247) zu sein. 3

Ueber das etwaige Wechselverhältniss zwischen dänischerund deutscher Art in den Bauten des sclileswigschen Landes,wofür vielleicht auch die Unterschiede des Baumaterials inBetracht kommen, wird näheren Mittheilungen entgegen zusehen sein. Der Dom zu Schleswig , ein geräumiger, verschie-denzeitiger Bau, dessen Schiffe, wie es scheint, gleich hoch und

Prunius, T. 6, f. 2 Sjüborg, samlingar für Nordens fornälskiire, III, pl.46, Fig. 149, f 3 Nac j 1 Notizen von Hm. Prof. Fabricius zu Aarhuus. (Dieoehnften von Prof. Höyen über beide Kirchen sind mir unbekannt geblieben.)