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3 (1859) Geschichte der gothischen Baukunst / von Franz Kugler
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Italien .

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Der Thurm aus dem nördlichen Seitenschiff der Unterkirche auf-steigend , ist ein Nachbild schlichtester Thurmbauten der roma-nischen Epoche. — Die Kirche S. Chiara 1 zu Assisi , jünger alsS. Francesco, zeigt bei gotliischer Anlage vorwiegend noch Thür-und Fensteröffnungen int Halbkreisbogen nach romanischer Artund nur einige Stücke von reicherer gothischer Behandlung, da-bei auch den anderweit in Toskana üblichen Wechsel heller unddunkler Steinschichten.

Der Dom von Arezzo 2 soll gleichzeitig mit S. Francescound nach dem Plane desselben deutschen Meisters gegründet sein ;die Vollendung erfolgte im letzten Viertel des 13. Jahrhundertsunter Leitung des Aretiners Margaritone. Es ist ein Bau voneinfach klarer gothischer Anlage und günstiger räumlicher Wir-kung: dreiscliiffig, ohne Querschift*, mit dreiseitigem Chorschlusse;die Seitenschiffe in leichtem Verhältniss zum Mittelschiff’; diePfeiler aus vier polygonischen und vier halbrunden Diensten zu-sammengesetzt; die vorderen Dienste ununter-brochen (in der italienischen Gothik eine seltneAusnahme) an der Oberwand des Mittelschiffesemporlaufend; in diesem schlichte Rundfenster.Das Aeussere von fast roher Einfachheit. —Aelinlich die Dominikanerkirche S. MariaNovella zu Florenz , deren Bau 1278 unterLeitung der Mönche Fra Sisto und FraRi-storo begonnen wurde. Raumverhältniss undbauliches Princip sind im Ganzen dasselbe;doch ist das Pfeilerprofil schon in eigentlichitalienischer Weise vereinfacht: eine viereckige Grundform mitabgekanteten Ecken und mit vier (nach romanischer Art) vor-tretenden starken Halbsäulen. Michelangelo , dessen Aussprüchedie Kunstgeschichte bewahrt, hat diese Kirche, ohne Zweifeldurch den einfach klaren Adel der inneren Räumlichkeit veran-lasst, seine „Braut“ genannt. Das Aeussere ist in seinen älterenTheilen sehr schlicht, die Fa<pule ein Schmuckbau aus der Früh-zeit der Renaissance.

Einige verwandte Klänge hat auch S. Domenico zu Prato , sein einschiffiger Bau, dessen Aeusseres in schlicht harmonischerWeise mit breiten Lissenen und Spitzbogenfriesen, mit schlankenSpitzbogenfenstern von einfach edler Maasswerkfüllung, mit rund-bogigem Giebelportal und zu dessen Seiten mit vortretenden spitz-bogigen Wandarkaden, darin Grabinäler befindlich sind, ausge-stattet ist.

re-xxo

lm Dom von Are/.zo. Profilder Schiffpfeiler. (.NachWiebeking.)

, R uhl, Denkmäler der Baukunst in Italien , T. 25. — 2 Wiebeking, Bürgerl.Baukunde, n, t, 76. — 8 Ebendas., t. 73. Kunge, Beiträge zur Backstein-Architektur Italiens , t. 26 (1, 2;) t. 37.