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3 (1859) Geschichte der gothischen Baukunst / von Franz Kugler
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Italien .

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Halle bildet insgemein eine schlichte Spitzbogenarchitektur, wäh-rend die Fenster des Obergeschosses häufig noch im Rundbogenüberwölbt und im Einschluss desselben mit zierlichen, an dieWeisen des Uebergangsstyles erinnernden Arkaden ausgefülltsind. In einigen Beispielen prägt sich dasselbe S) r stem sodannin den reichen Formen der jüngeren Gotliik aus. Es sind nurwenig städtische Gebäude öffentlichen Zweckes vorhanden, die,der in Rede stehenden Zeit angehörig, eine abweichende Anlagezeigen.

Zu den früheren und schlichteren Gebäuden der Art gehörtder sogenannteBroletto von M o n z a, 1 ein fester Bau, mit imGanzen noch schlichteren und in minder stattlicher Wirkungvertheilten rundbogigen Arkadenfenstern, zu dessen Seite einkräftiger Thurm aufragt; ebenso der Broletto von Corno, 2an die Fa 9 ade des Domes anstossend, von massigem Verhältniss,aber durch den Wechsel verschiedenfarbiger Steinschichten undregelmässige Austheilung schon auf eine ausgezeichnete Wirkungberechnet. Gleichfalls ein Friihbau ist der Palazzo pubblicozu Piacenza , inschriftlich im J. 1281 begonnen. Er ist das

Palazzo pnbblico zu Placeuza. (Nach Osten.)

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würdevollste Beispiel dieser Gattung. Seine Vorderfront bildetunterwärts eine Halle von fünf hohen Bögen, aus Haustein undebenfalls in farbigen Schichten, im Obergeschoss einen Ziegelbau

1 Street, briek and marble, p. 228. 2 Ebenda, p. 232. Hope, t. 57. Clia-puy, moy. äge pitt., No. 103. 3 F. Osten, die Baudenkmale der Lombardei ,T. 19. Runge, Beitr. zur Backst.-Areli., Neue Folge, BI. 20, 22. H. G. Knight,II, t. 30. Hope, t. 24.