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Zweiter Band.
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Der Kunststyle zweiter Zeitraum.

Die Veränderungen, welche die antiken Basiliken erfuhren, zeigten sich indessen schon gegen dasEnde des vierten Jahrhunderts. Während bei den antiken Basiliken das Mittelschiff, wenn überhaupt,so doch nur um ein Geringes sich über die Seitenschiffe erhob, so.wurde diese Erhöhung jetzt mehrund mehr verstärkt. Die Säulen, welche die einzelnen Schiffe trennen, tragen halbkreisförmige Bögen;Fenster, in derselben Form gewölbt, entsprechen der Säulenstcllung; in ähnlichem Verhältniß stehtdie Nische (Tribuna) des Mittel- oder Hauptschiffes. Eine fernere Veränderung erlitt die antikeBasilika durch die Einführung des Querschiffes, welches in der Länge des Mittelschiffes schon dieForm des Kreuzes andeutet. Wo dieses Querschtff das Mittelschiff schneidet, ruht das Letztere auseinem großen Bogen (Triumphbogen), gestützt von gewaltigen Säulen.

Die weitere Ausstattung des christlichen Gottesdienstes, die Trennung des Clerus von den Laien,die immer größere Würde und Pracht, in welcher das Heiligthum sich darstellen sollte, führte imInnern der Kirche noch einige wesentliche Abänderungen herbei. Rechnen wir hierzu auch nicht dieKrypta (conkkssio), die unterirdische Kirche unter dem Hauptaltare, die zum Andenken an die Kata-kombengottesdienste und als Aufbewahrungsort für die Gebeine der Märtyrer den meisten älternKirchen beigegeben wurde, aber die äußere Form der Basilika nicht änderte, so brachte doch die ver-änderte Form des Gottesdienstes nach und nach die Gestaltung des Chores hervor. Zunächst wurdedas Sanctuarium oder der heilige Raum um den Altar vor der Nische erhöht und mit Schrankenumgeben. Die Nische selbst war als Platz den Priestern angewiesen, in ihrer Mitte thronte derBischof auf dem erhöhten Stuhle (Cathedra ). Später ward auch die niedere, mit dem Gesang derHymnen und Rcsponsorien beschäftigte Geistlichkeit mit in den vordem Raum der Nische eingeschlossenund gleichfalls durch Schranken von den Laien abgeschieden, diese Schranken aber an jeder Seite miteiner Kanzel versehen, deren eine zum Verlesen des Evangeliums, die andere zum Vertrag der Episteldiente. Daß dieser dem Altare und der Geistlichkeit angewiesene Raum etwas erhöht wurde, war fürden Gottesdienst selbst Vortheilhaft; durch diese Absperrung jedoch entstand später ein besonderer Theilder Kirche, der Chor. Auch die Fenster, früher sehr breit und reichliches Licht einlassend, wurden,um durch das Düster eine feierlichere Stimmung hervorzurufen, schmäler und schmäler, so daß dasfrühere Verhältniß der Breite zur Höhe von etwa 1 zu 2 in 1 zu 5 überging.

So war man denn, als zuerst selbftständig für den christlichen Gottesdienst gebaut wurde, demMuster eines ursprünglich weltlichen Gebäudes gefolgt. Aus innern Gründen wollte man die antikeTempclform, als dem heidnischen Cultus ungehörig, vermeiden, und es kam dazu, daß die vorgefun-dene Tribuna am Ende des Mittelschiffes, woselbst nämlich der Prätor zu Gericht gesessen, sich treff-lich für den Altar und das Allerheiligste benutzen ließ.

Als charakteristische Kennzeichen der Basilika stellen wir hier schließlich zusammen: erstlich denLang bau und zweitens das höhere Mittelschiff oder die stufenweiS über einander erhobenenMittelschiffe, Merkmale, die für die wesentlichen gelten dürfen, so daß man auch wohl, im weiter»Sinne des Wortes, alle Kirchen von solcher Construction Basiliken nennt; sodann die horizontaleBalkendeckung, sei es nun mit Getäfel ausgefüllt oder geöffnet, so daß der Blick in das^vcr-zierte Gebälk eindringen kann. Ferner die engere Säulenstcllung, die, zumal wenn über denRundbogen sich'im Mittelschiffe hohe Mauern erheben, den Eindruck beherrschen, indem sie ihm fürdas Auge etwas Schweres und Gedrücktes, überdies immer noch UnverhältnißmäßigeS geben.

Eine der schönsten und berühmtesten Basiliken, welche alle diese Charaktereigenschaften sehr aus-