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Zweiter Band.
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Der Kunststyle zweiter Zeitraum.

Marmor- und Porphyrsäulen, wie die große offene mit Blei gedeckte Kuppel deS Hauptgebäudeszerstörten. Nach einer Zeichnung des Architekten Komeano Kalfa aus Constantinopcl wurde dieGrabeskirche wieder hergestellt, doch haben die ergänzten Theile, obgleich noch immer schön, nicht diereinen Verhältnisse und schönen Dekorationen der frühern und besonders ist die Kuppel, die jetzt stattder frühern runden Säulen von viereckigen Pfeilern getragen wird, bedeutend gedrückter.

An die ansteigende Nordwesthöhe der Stadt sich anlehnend, bildet der Plan des großen Gebäude-complereS ein unregelmäßiges lateinisches Kreuz und enthält drei Kirchen in ungleicher Bodenhöhe,die zusammen etwa 100 Schritte lang und 70 Schritte breit sind und eine gemeinsame Bedachunghaben. Die erste westliche Abtheilung bildet die Rotunde deS heiligen Grabes mit ihrer hohen Kuppel;östlich an diese schließt sich in länglich viereckiger Form der sogenannte Griechcnchor, an dessen süd-östlicher Ecke die Kirche des CalvarienbergeS sich befindet, an welche wiederum gegen Morgen dieCapelle der Kreuzauffindung stößt. Eine Anzahl Capellen und andere Räume schließen diese Kirchenan den Seiten ab. Eine Wanderung durch das Innere des gewaltigen Gebäudes wird dessenEintheilung und Architektur am besten vor die Augen führen; der Grundriß des Ganzen (s. S. 17)möge hierbei zu noch besserer Erklärung dienen.

Die Abbildung auf Platte 67 zeigt uns die Südseite des Gebäudes mit dem zweifachen Portale,dessen rechte Thür vermauert ist. Die Thorwölbungen haben schön geschwungene, tiefgegliederteBogen mit vielen zurücktretenden Säulen und wiederholen sich in den gekuppelten Fenstern darüber.Links stößt, vortretend, an dieses Portal der etwas schwerfällige viereckige Glockenthurm, der nichtvollendet ist, unten mit einfachen breiten, oben mit tief gegliederten, gekuppelten Fenstern versehen. —Durch das Portal in das Innere getreten, befindet man sich in einer Halle, in der, der Thürgegenüber, der Stein der Salbung, eine weißliche Marmorplatte mit Gitter und vergoldetenKnäufen umgeben, zu sehen ist, während rechts nach Osten 20 Stufen zur Calvarienkirche auf-wärts führen. Diese Kirche, eine Art Chor, erhebt sich auf einem Felsenhügel, der von hohenMauern umschlossen ist und seine eigne Bedachung hat. Eine Reihe schlanker, weißer Marmorsäulentheilt diesen Chor in zwei Abtheilungen, von denen die nördliche die Capelle der Kreuzigung,die südliche, die Capelle der Kreuzaufrichtung (s. d. Abbildung Platte 68) oder der Ort ist,wo das Kreuz, an das Christus geschlagen worden, zwischen denen der beiden Schächer aufgestelltwurde. Unter dem griechischen Altare, der von vielen Kandelabern und Lampen erleuchtet wird,bezeichnet eine ausgehöhlte Silberplatte die Stelle, wo das Kreuz Christi gestanden, indeß rechts undlinks davon die Löcher der Schächerkreuze zu sehen sind. Die ursprüngliche Architektur und bildlicheAusstattung dieser Capellen ist eine unverkennbar byzantinische, durch Zuthaten späterer Zeit undandern StylS überladen und in dem gekerbten Bogen über den Altarstufen arabischer Einfluß bemerkbar.Der Fußboden besteht aus geometrischen Mosaikfiguren. Unter diesen Capellen deS CalvarienbergeS befindensich zu ebener Erde zwei Gemächer im Felsen, von denen daS südliche ein Raum für die griechische Geist-lichkeit, daS nördliche die Capelle deS Johannes ist. Vor dieser Capelle standen ehemals die Särgeder Könige Gottfried von Bouillon und Balduin I. ; der Platz ist noch durch die alten Inschriftenbezeichnet. Nordöstlich vom Calvacienberge führt ein halbrunder Gang um die Halbkreisstufen zudem Griechenchore, zu welchem Gange man durch eine schmale Pforte neben der Stiege zurKreuzcapelle gelangt und wo sich rechts vier Capellen öffnen, von denen die erste die Säule derVerspottung enthält, die zweite 30 Stufen tiefer im Felsen liegt und den Ort bezeichnet, wo die