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Zweiter Band.
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Der Kunststyle zweiter Zeitraum.

Wenn wir den ganzen Plan des GcbäudccomplcreS inS Auge fassen, so Ist die Anlage inbyzantinischer Bauweise unverkennbar und vorzüglich die Rotunde ein Hauptzeuge derselben. DieUnregelmäßigkeit der innern Abtheilungen entstand durch den Wunsch, alle heiligen Punkte dernächsten Umgebung zusammenzufassen. Wenn der Plan einige Aehnlichkeit mit einem lateinischenKreuze zeigt, so entstand diese Form jedenfalls unter dem Einflüsse der fränkischen Herrschaft. Sofehlt diesem Bau auch die fast unerläßliche Vorhalle mit Säulen auf der Westseite, woran wahr-scheinlich die ungünstige Bodenerhebung die Schuld trägt, weshalb man das Portal und denGlockenthurm auf die Südseite verlegte.

Unter andern Kirchen Jerusalems verdient besonders noch die auf dem Oelberge gelegene, jetztruinenartige Himmelfahrtskirche Erwähnung, da ihre ursprüngliche Form auf die erste Periodebyzantinischer Architektur hinweist. Sie bildete ein Achteck von freistehenden Säulen, die oben durchBogen verbunden waren, aber keine Decke oder Kuppel hatten. Von außen umgaben alle acht SeitenSäulenhallen, was dem Ganzen einen eigenen, aber großartigen Anblick gewährt haben muß. Gegen-wärtig ist die einst oben offene Mittelhalle mit einer türkischen Kuppel bedeckt und die freistehendenSäulen sind durch Mauern verbunden. Von den acht an einander schließenden Poetiken zeugen nurnoch die vorhandenen Säulenpiedestale.

Eine andere schon im 4. Jahrhundert erbaute Kirche ist daö Oosusouluin oder dieApostelkirche auf dem Zion, ein Labyrinth von Sälen, Treppen und Terrassen. Die Decke deseinen 60 Fuß langen Saaleö wird durch zwei Säulen gestützt.

AuS der Zeit deS Kaisers Justinian, der Blüthepcriode, stammt die unter dem Namen derMoschee El Aksah bekannte Basilika auf dem Mona (auf der Ansicht der Stadt Platte 65links am Rande der Tempelarea sichtbar). Sie wurde um das Jahr 530 zu Ehren der heiliget!Jungfrau errichtet und enthält im Innern ein Mittelschiff mit je drei Nebenschiffen aus beiden Seiten,die von verschiedenartigen Pfeilern und Säulen getrennt werden. Südlich stößt an die Schiffe eineschöne Kuppelwölbung. — Viele der zahlreichen andern Baudenkmale Jerusalems aus den Zeiten derersten christlichen Architektur sind theils ganz verschwunden, theils, wie z. B. der Johanniterpalast,nur noch in wenigen bezeichnenden Trümmern wieder zu finden.

Nächst dieser Stadt sind eS besonders Bethlehem und Nazareth, wo alte Stiftungen derheiligen Helena sich erhalten haben. — Die Abbildung auf Platte 71 zeigt uns Bethlehem überden Ort hinweg, wo die Engel den armen Hirten die Geburt des Heilandes verkündeten. Rechtserblicken wir das nach Jerusalem führende Stadtthor, links das burgähnliche Kloster mit derinteressanten alten Geburtskirche. Dieses denkwürdige Gebäude, unter dem Namen der großenKirche 8ts. Maris äe prs686pic> bekannt, ist eines der ältesten und bcsterhaltensten im ganzenOriente. Die Gründung gehört unbedingt in die Constantinische Periode, und wenn auch die SageWahrheit ist, daß Placidia und Eudoria, die Gemahlin und Schwester Kaiser Theodosius II., dasWerk vollendeten, so hat doch eine spätere Zeit nichts Bemerkenswerthes hinzugethan. Diese Kirchegehört ihrer Form nach zum ältesten byzantinischen Basilikenstyl und ist im Innern durch vier Reihenvon je 12 Säulen der Länge nach in fünf Schiffe abgetheilt und dabei dem Ganzen gewissermaßendadurch die Form eines Kreuzes verliehen worden, daß am östlichen Ende jede der drei Apsiden sichnach einer andern Seite rundet. Die 48 gelblichen Marmorsäulen, die das auS Ccdcrn vom Libanongefertigte gerade Gebälk tragen, gehören der korinthischen Ordnung an und sind im untern Schafte