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Der Kunststyle dritter Zeitraum.
(1661—1716) und Jean Baptistc Massillon (1663—1744), bei denen die Alten n» höchsten Ansehenstanden, jeder in seiner Weise einen so durchgreifenden Einfluß haben erlangen können, wie dies in derThat der Fall war.
Die Entwickelung des französischcn StyIeS der bildenden Künste, die wir jetzt nach ein-ander in einem flüchtigen Ueberblicke bezüglich der Baukunst verfolgen, nahm einen ganz ähnlichen Weg.Die edle, beinahe schwärmerische Begeisterung Franz' 1. für die Künste und für deren Vorbilder aus demAlterthume hatte eine vollständige Umwandlung der Kunstbestrebungcn zur Folge, welche nach und nach sichergab auö des Königs Untcriichinuiigen zu Fontaincbleau, wo die Italiener, vor allen derFlorentiner Rosso de' Rossi (Maitre Nour), ein Anhänger Michel Angclo'ö (f 1541), seit 1630,sodann der Bologncsc Primaticcio (Maitre Primaticc), Giulio Romano 'ö*) Schüler, seit 1631 undder Architekt Sebastians Scrlio, ein berühmter Schriftsteller (s 1668), seit 1541, die eben nur inFrankreich für Künstler ersten Ranges gelten konnten, eine zahlreiche Gruppe von gleichgcsinntcn Kunst-genossen und eine sehr regsame, eifrige Schule zun sich sammelten. Außer mehr, als zehn anderenSchlössern und Palästen war es nun besonders Fontaincbleau, wo seit 1528 Franz durch einen ganzallmäligen Uebergang voin Alten zum Neuen, durch eine angenehme Verbindung von Formen der Gothikund der Renaissance sehr origineller Art sich i^ sofern recht eigentlich verewigte, als er Kapitelle und Giebel-felder mit einem 1' kennzeichnen ließ; drei Höfe, vor allen der Thurmhof, wo überall noch in den Einzeln-hciten die Spuren der gothischen Nachwirkung, vorzüglich in den Reh-, Hirsch-, Widder-, Hunde-, undLöwenköpsen, so wie in fratzenhaften Gestaltungen der Kapitelle, sich erhalten haben, sind bleibende Denk-mäler der Baulust Franz'I. , die indem stets regen Verlangen, ihm nachzueifern, Auöbesserungs- undVerschöncrungs-, oder selbst Neubauten vorzunehmen, unter seinen Nachfolgern zum Anstoß wurde, diefranzösische Renaissance vollends auszubilden. Primaticcio selbst wußte bis an seinen Tod dasAnsehen eines Generals, oder vielmehr eines Feldherrn gegenüber den italienischen und französischen Künst-lern zu behaupten, die unbedingt ihn als ihr Haupt betrachtete». Noch eins der merkwürdigsten Gebäude,welche unter solcher Leitung in Angriff genommen wurden, ist (1533) das Pariser Stadthaus (s.Pl. 110), das aber, im Baue unterbrochen, erst unter G. B. Ramenghi Bagnacallo, dem Sohne des be-rühmten Malers ( s 1601), wieder fortgesetzt und bis 1606 unter Heinrich I V. beendigt wurde. Ebenso ließ der König durch Lcscot den Louvrc neu erbauen, der, erst bis 1548 zu Stande gebracht, späterbedeutende Veränderungen erfahren hat, jedoch so, daß im sogenannten alten Louvrc jene Theile ausFranz' Zeit sich erhielten. Nächst Fontainebleau aber ist das Schloß Chambord das bedeutendstePrachtgcbäude, welches von Primaticcio selbst noch aufgeführt wurde, den mit Recht die Franzosen alsden ersten Meister ihres modernen StyleS ansehen, und der wenigstens in sofern ein unbestreitbaresVerdienst sich erworben hat, als er die neue italienische Bauweise in der Einrichtung der Dächer undSchornsteine, wie unangenehm dies ihm auch sein mochte, dem französischen Klima möglichst anzube-quemen wußte. Noch zu seiner Zeit (1664) faßte die Königin Katharina den Gedanken, alle anderen bis-herigen Baupläne zu überbictcn in einem Palaste, für welchen in der Vorstadt St. Honvrö auf der Stelleeiner Ziegelei beim Louvrc ein geeigneter Raum zu gewinnen war. So legten denn Jean Bullant ,der Erbauer des Schlosses von Ecouen, und Philibert Delormc aus Lyon (um 1500 bis um 1577),
') Dieser schickte ihn an seiner Statt auf Einladung des Königs aus Mantua ; derselbe starb erst 1S70.
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