Buch 
Grundriss der Chemie : zum Gebrauch seiner Vorlesungen entworfen von K. W. G. Kastner
Entstehung
Seite
150
JPEG-Download
 

wie dich durch Selbftobjectivirung und daraus erfolgterpartieller und relativer Selbftbefchränkung, aus demursprünglich. Allgemeinen — das Bejottdere, das Univer-lum als ein geftaltetes *) darftellte.

Kommen nun zwei chemifch Differente auf eineWeile zur Berührung, dafs fie lieh gegenfeitig ihrebeiderfeitige Innerlichkeit zu erkennen zu geben ver-mögen , d. i. im mehr oder minder IlüIRgem Zuftandedes einen, oder beider Berührenden erfcheinen **) , fowird als nothwendige Folge diefer gegenfeitigen Ka-raktererkennung entweder in beiden das Streben zurIndifferenzierung hervorgehen,, oder wenigltens in demeinen, relativ feine Eigenthümlichkeit mit mehr Ener-gie ausfprechendem. das Verlangen, das Gegenüber-ftehende zur eignen Geftaltung herabzuziehen, oder zu

fteigern,

*) Vergl. meine Abhandl. Heber die Geftaltung des Univqr -fums, in dem II. B. der von Daub und Creuzer heraus*gegeb, Studien. Frankf. u, Heidelberg 1806. o-

**) Vergl. §. 6. S. 57» Einige Beobachtungen fcheinen auf denelften Anblick jenem Satze: Corpora non agunt nifi fluida,zu widerfprechen, jedoch genauer beleuchtet, fchwindetdiefer Widerfpr.uclr. Dahin gehören die Wirkungen derAetzalkalien auf die nie trockne, fondern theils wäfsrigt,thoils fettfeuchte Oberhaut; — die Entbindung des Aetz-ammoniaks aus trocknem falzfaurem Ammoniak und Aetz-kalk, wo der blofse Berührungsdruck, und noch mehr dieFriktion hinreicht: Fluidität des im falzfauren Ammoniakenthaltenen Kryftallwaffers durch die entstandene Tempera-turerhöhung zu fetzen u, m. dgl.