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Paris und Helena 1 )
* Taf. XXVIII.
Kaum an einem andern Ort scheint die Griechische Ma-lerei zur Zeit ihrer feinsten Ausbildung mit mehr Behagenverweilt zu haben als in dem Hause der Helena zu Sparta ,in welchem der schöne Phrygische Gast aufgenommen undvon Menelaos, als er nach Kreta reiste, seiner Gemahlinbestens empfohlen worden war. Es Hesse sich eine ganzanmuthige Reihe von Scenen zusammenstellen, von dem Au-genblick an wo Aphrodite den Paris und die Helena zuerstzusammenführt, oder wo sie beide die Gewalt des erstengegenseitigen Anblicks erfahren 2 ), bis zu der Abreise nachTroja. Da sieht man z. B. Paris schon vertraut im Hause,in Liebesgeplauder vor Helena stehn, die einen kleinenHimeros, wie ein liebes Kind, auf den Knieen hält 3 4 ), oderParis sitzend in nachlässigem Anzug, und vor ihm stehendHelena welche munter den Amor auf dem Reihen ihresFusses hüpfen lässt + ), oder auch Paris der Helena auf demSchoose sitzend und Amor der sie nach seinem Kuss hin-drängt 5 ), oder Paris in dem Thalamos der Helena die sich
1) Aus Stahiä. Pitt. d’Ercol. III tay. 6. a. de Jorio Descriptionde quelques peintures aut. Napl. 1825 pl. 3. p. 64. Mus. Borbon.T. IX 1833 tav. 51.
2) S. meine A. Denkm. III S. 376.
3) Millingen Peint. pl. 42. Böttiger Kl. Sehr. II. Taf. 5 S. 248.
4) Tischbein III, 28 (59.)
5) Auf dem Boden einer Kylix, wovon ich die Durchzeich-nung in Rom bei E. Braun 1842 sah, Paris durch die Mütze be-zeichnet.