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Paris und Helena.
sterhafteste Weise in vorliegendem Gemälde dargestellt.Nur darf diess nicht nach der ältesten Abbildung beurtheiltwerden, wo Helena den Zeigefinger wie drohend hebt undder Peplos den sie dafür mit dieser Hand gefasst hält,ganz weggelassen ist. Jorio bemerkt, die HerculanischenErklärer müssten, indem sie den Schleier unberührt liessen,nur eine unrichtige Zeichnung vor sich gehabt haben: erselbst aber hat seine Platte umstechen lassen nachdemHr. Ternite das Richtige wahrgenommen hatte. Diese Hal-tung des Peplos ist gerade sehr ausdrucksvoll. Es istnemlich die bekannte von alten Zeiten her übliche Geberdewomit die Frauen zierlich anständig aufzutreten pfleg-ten, in feierlicher Procession sowohl, woher diess auf Hereund andre Göttinnen der archaischen Reliefe übergegangenist, als auch im geputzten Anzug überhaupt. Selbst Paris ,dem oft eine fast weibliche Putzsucht beigelegt wird, ziertsich auf diese Art indem er seinen Peplos mit spitzen Fin-gern ein wenig von sich abzieht ,0 ); an geputzten Frauensieht man sie häufiger * 11 ). In unserm Gemälde, das dieerste schüchterne Liebeserklärung des Paris an die jungeFürstin darstellt, unterstützt diese höflich zierliche Geberdesehr wohl die zurückhaltend bescheidne, einfache und un-gesuchte Charakteristik des Ganzen. Der physiognomischeAusdruck und der Rück stimmen in Heiden sichtbar wohlüberein mit dem schmucklosen, nur geschmackvollen Anzugsowohl der schönen schlanken Gestalt der Helena als desnicht kriegerisch kräftigen, aber gefälligen und hier nochfast blöden Rogenschützen. Statt des Poetischen und desfreieren Waltens der Natur erscheint hier das Gefühl mitder Sitte und einer gewissen Vornehmheit verschmolzenund es geht ein Hauch voh Unschuld über das Ganze 12 ).
10) Millingen Anc. Mon. Vases pl. 17.
11) Z. B. Mus. Borbon. Vlit tav. 5 macht diese Bewegung eineSchöne, an deren Knie Amor sich aulehnt.
12) ATellino im Bullet. Napol. 1847 V p. 52 s. tav. 1.