Ueber Wandmalerei und Tafelmalerei. 229
’Ofiijqog, während die xXea ävdguv, umgekehrt wie in derPoesie, in der Malerei erst später Bedeutung erhielten,nachdem sie seit Apollodoros durch die Kunst des Pinselsund der Farbenbehandlung die grossen Momente der He-roen und Heroinen nach ihrer Individualität und der Situa-tion, gleichsam in lyrischer Weise, einzeln zu höherer Be-friedigung darzustellen befähigt war. Die einzelnen Grup-pen waren aus einander gehalten und Hessen daher auchsich einzeln wohl ausführen und dann zusammensetzen,leichter als Schlachten, selbst als solche der älteren Art,wie z. B. der Amazonen wie wir sie in Vasengemäldenund Sculpturen sehen, wie viel mehr die historischen.Und doch war die Reiterschlacht des Agathokles, dasberühmteste Gemälde in Syrakus , ein niva% ztXttog ausHolztafeln in der Wand zusammengesetzt, wogegen dieAlexanderschlacht des Mosaiks zu Pompeji entweder voneinem Wandgemälde copirt ist oder doch auf eines einzi-gen Tafel zuerst gemalt gewesen seyn muss, wie die be-rühmten Schlachtgemälde der Zeit Alexanders wohl über-haupt. Cicero sagt uns in der vierten Verrina (55, 122):pugna erat equestris Agathocli regis in tabulis picta prae-clare: his autem tabulis interiores templi parietes vestie-bantur. — iste — omnes eas tabulas abstulit: parietes,quorum ornatus tot secula manserat, tot bella effugerat,nudos ac deformatos reliquit [öavidag ätpsiXezo). Höchstbeachtenswerth ist der Kunstausdruck parietes vestire unddas neben nudos gestellte deformatos dient zur Bestätigung;denn durch Herabnehmen aufgehängter Gemälde werdendie Wände nicht so wie durch Herausbrechen, wobei Lü-cken bleiben, entstellt. Diess muss auch in Ambrakia,der Residenz des Pyrrhus, geschehen seyn, wo M. FulviusNobilior nach Livius parietes postesque nudatos zurückliess(38, 49), indem er aus allen Tempeln ihren Schmuck ent-führte (38, 9), die Statuen und Gemälde wie Polybius sagt(22, 13, 9), der zufällig yqatpäg setzt für nlvaxag. Für