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7 (1846) Der Kanton Glarus, historisch-geographisch-statistisch geschildert von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart : ein Hand- und Hausbuch für jedermann / von Oswald Heer und J. J. Blumer-Heer
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Katholische Kirche .

dert entstanden, so wäre sie unstreitig dem hl. Fridvlin »nd nicht demhl. HilarinS gewidmet worden, welcher FridolinS Vorbild war , demdieser, wo er auf seinen weite» Wanderungen hinkam, Kirchen undKloster bante. Da im Jahre 1455 vom Freiherr » von Brandtseinige Reliquien in die Kirche kamen, wurde 1510, dem hl. Kreuz zuEhren, eine Kapelle an die Kirche angebaut.

Neben der Kirche wird, namentlich zum Nachmittagsgottesdlcnste,auch die auf dem Burghngcl liegende Kapelle benutzt. Der Sagenach soll sie von St. Felir und Aegula gegründet und dem hl. Michaelgeweiht worden sein.

Katholisch Netstal, welches also ebenfalls nach Glarns Pfarr-genösstg ist, hat einen Kaplan. Es wurde daselbst 1421 durch denreichen Matthias Netstalcr eine Kapelle gegründet, welche 1708 ineine Kirche verwandelt wurde. Als Beweis, wie friedlich bei uns zuAnfang unsers Jahrhunderts die Katholiken und Refvrmirten mitein-ander lebten, mag dienen, daß den Resormirtcn während ihres Kir-chenbann die katholische Kirche zu ihrem Gottesdienste eingeräumtwurde, und daß ferner die Gemeinde Näfels denen zu Mollis eben-falls ihre Kirche zum Gebrauche anbot, als sie des Kirchenbann wegenunter freiem Himmel Gottesdienst halten mußten.

3. Linththal. Die Kirche wurde 1283 gebaut und der LiebenFrauen und dem hl. Matthäus geweiht. 1504 mußte die Kirche audie Katholiken abgetreten werden, so daß sie seit der Zeit im alleini-gen Besitze der wenigen Katholiken ist, welche diese Kirchgemeiudebilden.

Von Kapellen unsers Landes, welche aber jetzt verfallen und zumTheile gänzlich verschwunden sind, finden wir angeführt: die St. Wen-dels Kapelle zwischen Znfingen und Haslcn; ein St. Wendel (ob Ka-pelle oder nur Bildn iß?) wird auch bei Elm , im Jahrzeitbnch zu Matt,erwähnt: die Kapelle Steinegg des St. Peter bei Obmoos hinterElm ; die Kapelle zu Leimcnltein (wohl gleichbedeutend mit derjenigenaus dem Bnrgstcin bei Glarns, welche auch zu St. Niklansen am Bncl genannt wird); die dem hl. Michael geweihte zu Beglingcn; die unterBitten gelegene Kapelle der hl. Katharina, welche 1345 von der Aeb-tissin zu Schännis gestiftet ward.

Einsiedlerklansen waren im Mattbrnnncn zwischen Matt und Engi,und eine 1333 gegründete zu Linththal an der Kirche.

Die Verwaltung der Kirchengütcr, die Wahl der geistlichen undweltlichen Bediensteten kömmt, wie bei den Rcformlrtcn, den Ge-meinden zu.

Dee Gottesdienst findet in ähnlicher Weise Statt wie bei denKatholiken der benachbarten Kantone, und ebenso bestehen auch beiihnen kirchliche Gesellschaften (Bruderschaften), welche ihre besondernFeste feiern.