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§. 330.
Durch die hier angeführte Theorie sollen Erhebungen undSenkungen, welche bei der Bildung der Erdrinde statt gefundenhaben können, keineswegs in Abrede gestellt werden. Es ist einehistorisch erwiesene Thatsache, daß besonders in vulkanischenGegenden und bei Erdbeben dergleichen Veränderungen in denfesten Massen vorgegangen sind und noch vorgehen; in noch grö-ßerem Umfange mögen sie in der frühern eigentlichen Bildungs-zeit statt gefunden haben, da während derselben alle dabei thä-tigen Kräfte in ohne Vergleich größerer Spannung seyn mußten,als gegenwärtig, wo ihre Äußerung gleichsam nur ein Nachhallder frühern Energie ist. Nur das Empordringen plutonischerMassen, die allgemeine Aufrichtung der Schichten und die Ent-stehung der Gebirge durch dergleichen Vorgänge erscheint alszweifelhafte Annahme, welche zur Erklärung aller Erscheinungennicht ausreichend, und mit manchen nicht vereinbar sich zeigt.
Begriff der Formationen.
§. 331.
Nach der in den vorhergehenden Paragraphen gemachtenAbschweifung in das Gebiet der Geologie, welche uns zur Fest-stellung und Berichtigung mancher Begriffe nothwendig schien,kehren wir wieder zu den Formationen zurück. Es ergibt sichaus der Entwicklung des Begriffes und den mancherlei Verän-derungen, welche er im Verlaufe nicht sehr langer Zeit durchverschiedene Systeme erlitten, daß derselbe überhaupt kein festbestimmbarer, scharf begrenzter seyn könne, da ihm kein genaubestimmbarer Gegenstand entspricht; denn ein solcher müßte unterallen Verhältnissen seines Vorkommens stets sich in allen seinenEigenschaften gleich bleiben und überall von allen andern seinerArt scharf gesondert werden können. Nun ist aber eine auf ihreEigenschaften gegründete scharfe Unterscheidung einer Formationvon einer andern wohl in vielen Fällen, oder unter manchenVerhältnissen ihres Auftretens, aber nicht im Allgemeinen mög-lich; denn faßt man den Begriff in seinem einfachsten Verhält-