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Demi war die diagonale Richtung durch die Gewölbecombination, dirChornlage, die Abdachungen gegeben, so musste doch nothwendig dieRichtung der Seilen die Grundanlage bedingen. In den weiteren Ent-wickelungsperioden aber giebt sich immer mehr das Bestreben kund, überdie letztere Richtung hinwegzusehen, bis man sie schliesslich nur da bei-bchielt, wo sie gar nicht zu vermeiden war. Welchen Einfluss die An-nahme dieser Richtung auf die Profilirungen äusserte, das zeigt derGegensatz der romanischen Gliederung (Fig. 16} zu der aus denselbenBestandteilen gebildeten gotischen (Fig. 15); noch deutlicher aber derdes zugespitzten oder geschweiften Rundstabes gegen den einfachen. Sofindet sich aber, was das Verhältnis noch deutlicher ausspricht, inmanchen Gewölben der Frühgotik die Kreuzrippe, als die Diagonale an-zeigend, auch in ihrem Profil danach gebildet, während die Gurtbogen,als die Seiten begrenzend, entweder rectangulär bleiben oder sich dieserBildung doch nähern; so im Chor von St. Blasien in Mühlhausen , sowieder Kirche zu Volkmarsen , von welcher letzteren Fig. 9 eine Kreuzrippe,Fig. 8 eine Gurtrippe giebt, in Haina und an anderen Orten.
Die Verbindungen dieser Bestandteile, also die Gliederungen oderProfilirungen, sollen entweder eine Ausladung vor der Iiauptllucbt desGanzen oder des Theiles, dem sie zugehörig sind, bewirken, oder eineVertiefung in dem Körper desselben bilden.
Im ersten Fall haben sie entweder einen unter ihnen befindlichenArchitekturteil zu schützen, zu verdachen etc., oder einen darüber be-findlichen zu tragen, also eine Auskragung zu bilden.
Diese Verdachungen kommen demnach in den ausgebildeLeren Werkenzunächst in der äusseren Architektur überall vor, wo durch Anlage einerschiefen Ebene, einer Abdachung eine grössere Quantität Wasser sichvereinigt, welche im Herablaufen an der unteren Mauerflucht derselbenFeuchtigkeit mittheilen könnte, oder wo irgend eine in der Mauerfluchtliegende reichere Gestaltung vor dem Wasser zu bewahren ist, oder woes darauf ankommt, die zwischen zwei ungleichartigen Materialien unver-meidliche Fuge zu decken. Die erstere Function erfüllen sie a) als Dach-simse, d. i. solche, welche den Rand des Daches bezeichnen; b) alsKaffsimse oder Brüstungssimse, d. i. solche, die den Rand der Wasser-schläge zunächst der Fenstersohlbänke bescbliessen; c) als Trage- oderPfeilersimse, welche das auf den Absetzungen und Abdachungen derStrebepfeiler auffallende Wasser abführen.
Die Gestaltung dieser Gesimsgattungen muss daher das Abtropfendes Wassers erleichtern, vielmehr das Herablaufen desselben an derMauerflucht verhindern. So sind schon die Unterflächen der griechischenHängeplatten in Berücksichtigung dieses technischen Bedürfnisses ent-
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