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und winkelreclit auf der Gesammtriehtung des Gewändes stehende, welchedaher eine grössere Freiheit in der Bildung des letzteren begünstigt.

Die Grundform des Gewändes ist in der Kegel angezeigt in der Ge-staltung des Sockels, welcher daher in Fig. 57 und 59 durch die Seitendes Rechtecks, in Fig. 58 und 61 durch eine einfache Schräge, in denFiguren 60 und 62 nach einer zusammengesetzteren Linie gebildetist. Diese Sockelgestallung giebt dann gewisse Anhaltepunkte für dieGlieder, welche die bestimmenden Theile der Grundform bezeichnenkönnen. Zuweilen aber ist die Sockelform auch dem Ansehen nach ganzwillkürlich den Gliedern angepasst, wie das Gewände eines Portals derKirche zu Colmar (Fig. 63) zeigt. Inzwischen ist hier die wirklicheGrundform des Gewändesockels ein Viertelskreis, der nur durch denAnsatz des Vorsprunges des Mauersockels alterirt wird. Zuweilen lindensich auch Portalgliederungen, welche mit ihrem Anfangsproiil vor dieMauerflucht treten. Letzteres umzieht dann die Bogenform entweder con-centrisch oder nach rechtwinkelig gebrochenen oder giebelartigen Linien.

Die Fenstergewände unterscheiden sich von den Portalgewänden zu-nächst durch ihre von der geringeren Mauerdicke abhängige grössereEinfachheit. Das innerste Glied derselben bildet in der Regel der Wand-pfosten, welcher sich in einfachster Weise als Ilalbirung der die Theilungder Fensterweite bewirkenden freistehenden Pfosten gestaltet, zuweilenjedoch mit den letzteren nur in der Grösse, keineswegs in der Gestal-tung übercinslimmt. Bei den einfacheren Werken bildet dieser Wand-pfosten die einzige Gliederung, während das sonstige Gewände nach einereinfachen Schräge gebildet ist, die entweder an die Platte der Wand-pfosten anstösst (s. ab in Fig. 64) oder vor derselben sich in ein Plätt-chen umsetzt (s. cd daselbst). Die letztere Anlage ist besonders da amPlatze, wo nur die Pfosten aus Werkstücken, das Gewände aber ausBruchsteinen oder Ziegeln gebildet ist, so dass die Werkstücke nach efin die Masse desselben eingreifen. In Verbindung mit Ziegelmauerwerkbildet dann die Ziegelgrösse die eigentliche natürliche Maassbestimmungder Pfostentiefe, so dass z. B. bei einer Mauerstärke von 2 Stein diePfostentiefe 1 Stein und jede Gewändtiefe */ 2 Stein betrüge. Eine ausder geometrischen Construction abgeleitete Bestimmung findet sich in demPüchlein von der Fialengerechtigkeit von Roriczer, welchem die Fig. 64nachgebildet ist und welcher die Gewändeprofilirung wie die der Pfosten ausder Quadratur entwickelt. Es zeigt dieselbe auch die einfachste Ausbildungder Schräge ab durch die eingesetzte Hohlkehle. Die letztere ist für diemittlere und spätere Periode beinahe typisch, während an den älterenWerken in reicherer Weise die rechte Gewändeecke in der Regel durchein eingesetztes Säulchen gefaset ist. Die bei Roriczer gegebene Maass-