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Steinwerks nacligebildet erscheinen und deshalb auch dieselben Gesimsewie jene tragen. Derartige Pfosten finden sich z. B. in eisernen Gitternwelche Sacramcntshäuschen, Brunnen etc. umgeben oder auch den Chor-abschluss bilden. Die Sockel dieser Pfosten sind dann in der Begel sehreinfach, etwa nur nach dem Fasen oder nach dem in Fig. 92 gegebenenGliede, die anderen Simse dagegen scharf geschnitten mit dünnem Band,etwa nach Fig. 93 gebildet. Letztere Gestaltung nehmen auch zuweilendurchlaufende Gesimsleisten an, wie an dem prächtigen Gitter des Magde burger Domes, an dessen Pfosten sich indess auch complicirtere Profilefinden (s. Fig. 94).
An den zuweilen vorkommenden undurchbrochenen Maasswerkver-zierungen ist häufig eine Gliederung des letzteren in der Weise bewirkt,dass 2 dünn ausgescbmiedete durchbrochene Platten auf einander liegen,von welchen die untere gegen die obere vorsteht, so dass also Fig. 95den Durchschnitt eines Stranges des Maasswerkes bildet.
Beichere Profilirungen finden sich an den broncenen Werken, mitdenen man im Mittelalter häufig die Pracht der steinernen Architekturennoch zu überbieten bestrebt war. Beispiele dieser Art bieten die bron-cenen Taufbecken von Würzburg , Münden und Lübeck , der bleierneBrunnen zu ßraunschweig, das überaus reiche Tabernakel der Marien-kirche zu Lübeck . An allen diesen Werken findet sich Metallguss mitSchmiedearbeit verbunden, wie an dem letztgenannten die Inschrift nach-weist. Durch dieses Verfahren aber war es möglich, die Freiheit dereinzelnen Bildungen, die Zierlichkeit der Profile zu erreichen; welche dieseWerke vor ähnlichen neueren, vor Allem denen des hochgepriesenen Eisen-gusses , voraus haben. Fig. 96 zeigt das Gesims und den Sockel derunteren Gallerie jenes Tabernakels, Fig. 97 einen oberen Pfeilersockel.
In den späteren Perioden der gothischen Kunst war man zuweilenbemüht, diese Feinheit und Schärfe der Metallarbeiten auch auf die Stein-arbeiten zu übertragen, indem man die Keblen weiter, die vortretendenGlieder dünner machte, die Bundstäbe durch kantige Glieder ersetzte.Die grössten Ueberlreibungen in dieser Richtung finden sich in den fran zösischen Werken der Spätgothik. Als Beispiel mag die bei aller Mager-keit doch noch sehr wirkungsvolle Gesimsgliederung aus der grossenHalle des palais de justice in Rouen (Fig. 101) gelten.
Noch zierlicher als die Broncearbeiten gestalten sich die in edelnMetallen ausgeführten, wenn gleich hier die erforderliche Handlichkeiteiner allzuscharfen Kantenbildung entgegentrat. Aber die Genialität allermittelalterlichen Arbeit, welche dieselbe der neueren etwa in der Weisegegenüberstellt, wie sich eine von sicherer Hand ausgeführte Skizze zueiner penibel abgezirkelten Zeichnung verhält, wusste auch in diesem