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den Kapellen, wie in St. Pierre zu Löwen, wonach also die Grundformder Kapellen von der regelmässigen Polygonbildung abweicht (s. Fig. 601)oder aber dem polygonen Schluss derselben ein trapezförmiges Joch vor-gelegt ist, in ähnlicher Weise, wie bereits hinsichtlich der einzelnen öst-lichen Kapelle pag. 337 angegeben ist.

Diese Zunahme der Kapellentiefe kann auch bei der in Fig. 599dargestellten Anlage erzielt werden, entweder durch Vorlage eines rectan-gulären Joches vor dem polygonen Schluss oder aber durch Verlängerungder an den Umgang setzenden Achtecksseiten über das aus der regulä-ren Polygonbildung sich ergebende Maass. Ferner findet alles über diePolygonbildung des Chores Gesagte auch auf die Kapellen Anwendungund jedes Polygon oder jede irrationale Kreistheilung würde den Schlussderselben bilden können, soweit die Seiten noch eine angemessene Grösseerhalten.

Der Gestaltung nach 5 Seiten des Achtecks würde am nächsten dienach 4 Seiten des Sechsecks liegen, die sich z. B. in dem Chor des Frei-burger Münsters findet.

Der Schluss nach dem halben Polygon, also nach 3 Seiten des Sechs-ecks, 5 des Zehnecks, wird hinsichtlich des Rippensystems eine der pag.134 angegebenen Auflösungen fordern.

Auf ganz eigenthümliche Gestaltungen aber führt die in Fig. 600 ge-zeigte dann, wenn die Kapellen nur aus dem halben Polygon ohne vor-gelegtes rectanguläres Joch bestehen, ln diesem Falle wird das Rippen-systein des der betreffenden Kapelle vorliegenden Joches des Umgangsmit dem des Kapellenpolygons in Verbindung zu bringen sein, wie Fig.602 zeigt, d. h. es wird der Schlussstein c in der Mitte des die äusserePolygonseite des Umgangs bildenden Bogens zu liegen kommen und vonden gegenüberliegenden Chorpfeilern a und b Kreuzrippen nach diesemSchlussstein geschlagen werden, deren Schubkraft die der Kapellenrippendas Gleichgewicht hält. Im Chor der Kathedrale von Soissons findet sichdiese Anordnung, welche also dem Wesen nach nur eine Anwendungdes für den hohen Chor angenommenen Rippensystems auf die Kapellendarstellt.

Die Eigenthümlichkeit dieser Anlage, dass die Kapellen mit den an-stossenden Feldern des Umgangs zu einem Gewölbejoch sich verbinden,findet sich in vereinfachter Weise an einzelnen norddeutschen Werkenwieder und zwar in Verbindung mit dem nach 5 Seiten des Achtecks ge-stalteten hohen Chor; so an der Marienkirche in Lübeck (s. Fig. 603).Es unterscheidet sich das System derselben von dem des Chores vonSoissons zunächst dadurch, dass der für den polygonen Schluss der Ka-pellen erforderliche Raum statt dem, seine volle Breite behauptenden