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der Kalkweisse bedürfen, oder wo es sich darum handelt, für irgend einereichere becoration den Grund zu schafTen.
In beiden Fallen ist der Grundsatz geltend, dass der Putz sowohlwie der Anstrich eine wirkliche Verbesserung sein muss. Auf rauhenMauern von Bruchsteinen ist er das an sich und kann deshalb in seinereinfachsten Gestaltung angewandt werden, während auf besserem Materialauf solchem zunächst, welches die Gewinnung ebener Flächen ermög-licht, der Anstrich nur in der Absicht einer gewissen Prachtentwicklungzulässig ist, mithin eine reichere Behandlung bedingt. Wo desshalb nurdie Fenstergewände, die Ecken, die Gesimse, die Gewölberippen vonQuadern und die Mauern von Bruchsteinen ausgelührt sind, werden ein-fachsten Falles nur die Flächen der letzteren geputzt und gefärbt seinund der Putz sich den Verzahnungen der um die Putzdicke VorgesetztenQuader anlegen, welche wieder ungefärbt bleiben, die Linien der Ver-zahnungen können dabei noch durch dunklere Striche umzogen und, woes die Mittel erlauben, der Tünche einzelne figürliche Darstellungen selbstin völlig unsymmetrischer Stellung aufgemalt werden. Letztere geht zu-dem aus dem Umstand hervor, dass solche Bilder nur selten in demursprünglichen Plan enthalten sind, sondern auf besondere Veranlassungenoder aber ex voto entstehen.
Ebenso werden die getünchten Flächen der aus Bruchsteinen ge-
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mauerten Kappen an die aus Quadern construirten Rippen anschliessen.Sowie nun im Gewölbe die Schlusssteine schon in der plastischen Be-handlung durch reicheres Zierwerk hervorgehoben sind, so liegt es nahe,bei der grösseren Entfernung derselben vom Auge der Wirkung jenerZier durch Farbe nachzuhelfen, also ihre Erkennbarkeit wie ihre Prachtdadurch zu steigern. Dabei ist in der Regel nicht nur das Bildwerk derUnterfiäche, sondern auch die den Rand des Schlusssteines säumendenGliederungen mit Gold und leuchtenden Farben geschmückt, die-selbe Behandlung auch an den Gewölberippen ein Stück weit fortgesetztund dann durch radial gelegte Bänder abgeschnilten (s. Fig. 902). DieUrsache dieser Fortführung liegt nicht allein in der Absicht, der Farben-wirkung ein weiteres Feld zu sichern, sondern auch darin, dass es vorallem darauf ankam, für die Farbenpracht jener Gliederung einen passen-den Abschluss zu finden, welcher sich durch das einfache Anlaufen derj) in der Steinfarbe verbliebenen Gliederung der Rippen an die reichbe-
) malte des Schlusssteins nicht ergeben haben würde.
In der Kirche zu Frankenberg sind sämintliche Wand- und Pfeiler-llächen, ferner die Capitäler und Rippen in ihrer ursprünglichen dunkelnSteinfarbe geblieben, die Kappen geweisst, die Schlusssteine aber in derangedeuteten VVeisse bemalt und vergoldet, und es ergiebt sich eine be-