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Steinfarbe, die Linien darauf dunkelrothbraun gehalten sind. An der Ost-seite des Lettners in der Klosterkirche zu Haina war hiernach ein kleinerTheil der glatten Mauer in der Weise behandelt, dass die einzelnen durchdie rothen Linien eingefassten Steine lothrecht standen, in einem jedenderselben aber mit der gleichen Farbe eine zweite innere Einrahmung,und in der Mitte eine Rosette aufgemalt war. In Frankreich findet sicheine ähnliche Behandlungsweise häufiger und zum Theil n'och reicherausgeführt. Ein Beispiel dieser Art aus dem Saal von Angers findet sichbei Verdier. Auch liier finden sich jene isolirlen Ornamente, und es istdabei die Quadrirung der Bögen mit einer gewissen Freiheit behandelt,indem die einzelnen Wölbesteine nach oben abgerundet sind. Geradeauf derlei Details, wie die lothrechte Stellung der Quader an dem Lett ner in Haina , die Rosetten darin, die isolirlen Ornamente, ist um deswillenbesonderes Gewicht zu legen, weil dieselben jeden Gedanken an einebeabsichtigte Nachbildung wirklichen Quaderwerks ausschliessen, welcheletztere, mit den verschiedenartigsten Mitteln bewirkt, vielmehr als eineEigentümlichkeit der modernen Architekturstyle anzusehen ist. Diesequadrirte Malerei bildet im Gegensatz zu allen derartigen Täuschungs-mitlein ganz einfach ein Flächenmuster, an welchem man höchstens einenMangel an Erfindung tadeln könnte, welches aber selbst dem ungebildetstenAuge als das erscheint, was es ist.
Wir bemerken hier noch, dass jenes hei maassvoller Anwendung sowirkungsreiche Motiv der isolirlen Ornamente doch auch zum Missbrauchverführen kann. Wenigstens erinnern wir uns eine im Uebrigen correcteneuere Kirche in den Formen des Uebergangsstyles in Soissons gesehenzu haben, deren Inneres in der angegebenen Weise bemalt, doch bezüg-lich jener Ornamente des Guten gar zu viel aufwies.
Die dritte Behandlungsweise besteht in einer weiteren Ausbildungdes schon oben angeführten Motivs des den geweissten Kappenflächenin natürlichen Farben aufgemalten Pflanzen- und Laubwerks und in einerAusdehnung desselben auf die W'andllächen. Als derartige Beispiele führenwir an, die Chorgewölbe der Elisabethenkirche zu Marburg , die späterenBemalungen der Schlosskapelle zu Marburg und der Kirche in Wetter,der Klosterkirche von Breitenau bei Cassel , der Liebfrauenkirche in Trier und der Kirche St. Jacques in Lüttich .
An den Kappenflächen zunächst finden sich diese Ornamente baldmehr vereinzelt in der bereits pag. 614 angedeuteten Weise bald dieFlächen völlig überziehend, wie im Chor zu Marburg und dem Kreuzschiffzu Wetter, zuweilen auch mit figürlichen Gegenständen durchwoben, wiein Breitenau, wo sich im Chorgewölbe die Bilder der hl. Dreifaltigkeit,der hl. Jungfrau und der hl. Benedictus und Catharina, im Mittelquadrat