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Zweiter Band.
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6 Buch III. Italien. XVI. Jahrhundert. Verona . §. 192. 193-

im Berliner Museum. In späterer Zeit folgte Peruzzidem Style der römischen Schule, opferte aber dem Bestre-ben nach äusserer Formenschönheit die naive Anmuth,

21. welche man in seinen früheren Werken bemerkt. SeinHauptwerk aus dieser Zeit ist ein Gemälde in dem Kirch-lein Fonte Giusta zu Siena : Augustus, welchem die Sibylledie Geburt Christi verkündigt; die Gestalt der Sibylle ist

22 . hier nicht ohne Grossartigkeit, das Ganze aber kalt. Gerin-ger ist ein Altarblatt in S. Maria della Pace zu Rom (ersteKapelle links), und eine Darstellung Mariä im Tempel (inderselben Kirche), wobei die dargestellte Architektur schon

23. das Wesentliche ist. Eine Anbetung der Könige, in derBridgewater - Galerie zu London ist in den Köpfen gleich-gültig und, nach Peruzzi 5 s späterer Weise, in den Trachtenbarock. Uebrigens war Peruzzi auch in architektonischerDecorationsmalerei ausgezeichnet und namentlich enthielt

24 - die von ihm erbaute Famesina in Rom schöne Beispieledieser Kunstweise. Doch ist davon nur noch die Decora-tion eines Saales im zweiten Geschosse vorhanden; dieschönen Verzierungen des Aeusseren, die in grüner Farbeausgeführt waren, sind verschwunden und dies anmuthvolleGebäude, welches auf eine solche Wirkung berechnet war,macht gegenwärtig einen etwas nüchternen Eindruck.

§. 193. In ähnlicher Richtung wie Sodoma und zu ähn-licher Höhe der Kunst bildete sich der Veroneser Gian-francesco Carotto aus (etwa 14701546); er ist nochweniger, als wie Sodoma, nach seinem Verdienste anerkanntworden und ausserhalb Verona sind seine Werke ungemeinselten; in Verona jedoch, in den Kirchen, sowie in der Ga-lerie des Rathspalastes, hat man vollkommene Gelegenheit,den hohen Werth dieses Meisters kennen zu lernen. Erwar in der Schule des Andrea Mantegna gebildet, aber erhat wenig mit der Auffassungsweise dieses Meisters gemein;er neigt sich vielmehr ebenfalls zu der Weise des Leo-nardo und dürfte vielmehr durch dessen Einfluss seineeigenthümliche Richtung erhalten haben; zugleich jedoch