§• 245. L. Cranacli d ü.; Portrait«, Thierstücke etc. 261
Mädchen, die im Wasser herumplätschern und allerlei zier-lichen Unfug treiben. Daneben ist ein grosses Zelt, in dassie ein Herold höflich einladet und wo sie mit köstlichenKleidern angethan werden. Dann ist auf einer fröhlichenWiese ein Festmahl bereitet, und von da geht es zumTanz; der bunte Reigen verliert sich ins Gebüsch. DieMänner leider sind nicht jung geworden und haben ihregrauen Bärte behalten. Das Bild ist vom Jahre 1546, demvierundsiebzigsten des Meisters.
Als Portraitmaler nimmt Cranach eine bedeutende Stelleein und zeichnet sich hier wiederum durch sein schlichtes,aufrichtiges Anschliessen an die Formen der Natur aus.Schon im Vorigen, bei Gelegenheit einzelner Altarblätter,sind einige seiner vortrefflichsten Portraitdarstellungen er-wähnt worden. Als selbständige Gemälde findet man derenin verschiedenen Galerieen, wie z. B. die Galerie der Uffi- io.zien zu Florenz mehrere von vorzüglichem Werthe ent-hält; die bedeutendste Auswahl in der Galerie des Berliner ii.Museums; sehr schön, schlicht und würdig, so wie vontrefflicher warmer Färbung ist unter diesen vornehmlichdas Portrait des Herzogs Georg von Sachsen. Ein andresdieser Bilder ist eigenthümlich aufgefasst; es stellt den Kur-fürsten von Mainz, Albrecht von Brandenburg als heiligenHieronymus, in leuchtender Cardinaistracht dar, in fröhli-cher Waldeseinsamkeit studirend, umgeben von allerlei schö-nen und edlen Thieren. — Eine andere gemüthliche Dar- 12 .Stellung desselben Cardinais als S. Hieronymus im Studir-zimmer zwischen Büchern, Früchten, Vögeln etc. findet sichin der Galerie von Darmstadt Das Datum lautet 1525.
Auch als Thiermaler war Cranach seiner Zeit sehr be-rühmt; er wusste das mannigfache Gethier und Geflügelmit solcher Treue abzubilden, dass dergleichen oftmals zuTäuschungen und Scherzen Anlass gab. Ein trefflichesBeispiel der Art hat er uns u. a. in den Zeichnungen jenesGebetbuches in der Hofbibliothek von München hinterlas- 13 .sen, dessen vorderer Theil von Dürer (S. 227), der hin-