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Zweiter Band.
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Buch III. Norden. XVI. Jahrhundert. Sachsen . §. 246.

tere von ihm mit Randverzierungen geschmückt ist. Cranach gefiel sich hier, die verschiedenartigsten Thiergruppen leichtmit der Feder zu entwerfen*).

Es ist eine namhafte Anzahl von Holzschnitten Cranach-scher Compositionen aus seiner früheren Zeit, meist der hei-ligen Geschichte oder Legende angehörig, vorhanden. Auchhat er mehrere Portraits berühmter Zeitgenossen in Kupfergestochen.

§. 246. Von der bedeutenden Einwirkung, die Cranachs künstlerische Thätigkeit auf seine Umgebungen ausgeübtund von der vielfachen Nachfolge, die sie hervorgerufen,giebt die grosse Anzahl von Gemälden ähnlichen StylesZeugniss, die man in den sächsischen Gegenden zerstreutfindet und die nicht selten für die Werke des Meistersgelten. Von eigentlichen Schülern Cranachs ist allerdings we-nig bekannt**). Der vorzüglichste unter diesen war sein Sohn,Lucas Cranach der jüngere, der in seinen späterenLebensjahren, wie früher der Vater, die Stelle des Bürger-meisters von Wittenberg bekleidete. Dieser Künstler scheintsich indess, wie nach seinem Vater, so zugleich nach Al-brecht Dürer gebildet zu haben, wie sich dies aus verschie-denen Anklängen, bald an die Weise des einen, bald an diedes andern, ergiebt; eigenthümlich aber ist ihm eine weicheAnmuth und Süssigkeit, die sich vornehmlich in seinemblühenden (zuweilen nur etwas zu rosigen) Colorit aus-spricht. Er ist einer derjenigen, die am längsten (er starb1586) an der treuen Weise der alten Kunst ausgehaltenhaben, während seine Zeitgenossen schon fast sämmtlicheinem fremden manierirten Einflüsse zu folgen begannen.Er benutzte manche Compositionen seines Vaters, erreichte

*) Lith. von Strixner: Des altern Lucas Müllers, genannt Cra-nacli, Handzeichnungen. Ein Nachtrag zu Albrccht Dürers christl.mytli. Handz. München . 1818.

**) Vgl. Rath geh er, Galerie von Gotha , S. 176.