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Hilten, genannt. Obwohl es »wiesen, daß dieser würdige Vorgänger Luchesim Gefängniß schmachtete, wohin er wegen seiner heftigen - e e i er a machte dochder Mönche und Nonnen durch die Obern seines Klosters geworfen worden war, so machte dock)Lehre und Leben dieses Mannes einen bleibenden Eindruck auf Luther . Ht en ar m, *■-niß 1502, nachdem er zuvor noch den Guardian des Klosters zu sich gerufen und chm drohendweissagte: „Anno MDXVI1 exurget heros, qui vos monachos adovie ur -
quem ne hiscere quidem audebitis *)!“ - .
Welchen Antheil Luther an dem Schicksale dieses Unglücklichen nahm, wissen täkuffw» „Wie di- Ba„»ß-r MSrd.r ,u Eis,»ach mit d-m Jcha»» fyUmsind." Er schreibt dann wcitrr: „In der Stadt Eisrnnch ist gewesen vor dreKg ^>Barfüßer-Mönch, Johannes Hilten genannt, welcher von seinen Brüdern ist in etnen Kcr er g 'warfen, darumb, daß er etliche öffentliche Mißbrauche im Klosterleben hatte angeft> )tcn.haben auch seine Schriften zum Theil gesehen, aus welchen wohl zu merken ist, daß erund der heiligen Schrift gemäß gcprcdigct. Und die ihn kannt haben, sagen heutige L» ,daß er ein frommer, stiller, alter Mann gewesen ist, ganz redlichs, erbarn Wesens un >oan
Don Eiftnach bezog Luther , I5vt (nicht 1502), in seinem achtzehnten Jahre, fcK J| ot)C !.}n Erfurt . Nach dem Willen seines Vaters , der unterdessen Rathsherr in Mannest o ge orXC&t f sollte £utE>cr Die mecyre begann aber, wie es damals löbliche SHttx sein
demisches Studium mit den philosophischen und philologischen Wissenschaften. Aristoteles , derPfeiler, der die ganze Barbarei des Mittelallers getragen, der aus GneckMauv nach dem ara-bischen Orient und von da nach dem arabischen Occident gewandert war, von wo aus er dannwieder, zum Theil durch Ebraer, den Lateinern nnd Germanen bekannt wurde, war noch immerdie Grundlage alles philosophischen Studiums. Wenn wir aber Luthern selbst gegen die datnaUgephilosophische Schule oft mit heftigem Zorne reden hören, so tragt nicht Aristoteles diese Schuld,der den Reichthum der höchsten Weisheit besaß, obwohl ihn der Witz der Scholastiker zu> einemdürren Skelett ausgetrocknet hatte. Daß jedoch auch diese herbe Lehre Luthern vn g ßVortheil war, werden wir später erfahren, wo wir ihn im hartnäckigen Wortwechsel mitgen finden, die ihre Künste allein ihrem scholastischen Wissen dankten, und die Luther um so siche-rer schlug, da er in ihrer Philosophie aufgezogen war, obgleich ihm das Studium derft enschwer anging. „Ich befinde mich, schreibt er an seine Freunde, durch Gottes Gnade rechtwohl, außer daß mir das Studiren der Philosophie schwer eingeht, welche ich Anfangs her «c-der mit der Theologie, aber ich meyne hier die Theologie, welche auf den Kern geht,schen mögen." Von der Philosophie, die er kannte, konnte er mit Recht sagen: ,,D>e phi o-sophie versteht nichts in Gottes Sachen. Der Glaube ist ein Ding im Herzen, das sein Wesen