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Wittenbergs Denkmäler der Bildnerei, Baukunst und Malerei / herausgegeben von Johann Gottfried Schadow
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48
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17) Der Narren Spiel will Raum haben.

18) Der Rabe Halt seine Jungen für die schönsten. .. '

19) Man kann einen wohl in Mund sehen, aber ins Herze sann man ihn nicht sehen.

In seinem Schlafzimmer las mannn der Wand den Spruch des Homer :Einem, der fürLand und Leute zu wachen hat, stehet nicht zu, die ganze Nacht zu schlafen." Darunter:dirist dein Sparta zugetheilt worden, das schmücke'."

Friedrich war ein Freund der Musik: Spalatin erzählt:Der Kurfürst hat viele Jahreund lange Zeit eine ehrliche große Singerei gehalten, dieselbe oftmals nuf kaiserliche Reichstagemwmnrnn, g»-dlg,lch H-s-ld-t. -.»I. »m »i- »'&«<<», tarn «amen Ech»l»->.

sicr gehalten." ,

SSeii seiner Geschicklichkeit in -ritterlichen Hebungen erzählt Spalatin :Ich hab von HerrnSebastian von Misselbach, Ritter, der als Hofmarschalk starb, selbst gehört, daß ihm sein Tagenie kein Renner zuvorgekommen wäre, der härter getroffen hätte, war auch ein guter Tornyrer;so war er auch ein guter Jäger und Waidmann , pirscht gern, war ein guter Schütz. -wnnerhatte er Mf dem Vogclhecrd einen Eanzleischreiber bei sich, damit die Sachen nicht verzögert

^" guther, der oft noch einigen Widerstand an dem besonnenen Kurfürsten fand, nnd deshalbsich manchmal beklagte, verkannte doch keineswegs die große Stütze, die das Evangelium anFriedrich gefunden. Inder Einleitung, welche er der Psalmenerklärmrg^vorausschickt, sagt er35 ^ verdienstvoll- »nv ehrwürdige Dater, hat nur oft er-

räbtt ^wi"vei K clc gmh ci^d c ripttd igtcn der Kurfürst mit einer bewundernswürdigen Beurthei-lungsHaft immer diejenigen geistlichen Reden, die nur aus blendenden Sätzen und Anführungenaclcbrttr Schriften zusammcngewcbt waren, der Frostigkeit und Kraftlosigkeit zum Ueberzeugenund Rühren beschuldigt, und davon behauptet habe, daß nichts so scharfsinnig vorgebracht wer-den könne, wogegen der Witz nicht Gegcngründe aufzustellen vermögend' sey, die Schrift Hinge-gen sen das einzige, deren Majestät und Energie selbst wider unsern Willen so tief in unsereSeele dringe, daß wir genöthigt werden, die Künste der Sophisten zu verachten, und zu geste-hen: So hat noch kein Mensch geredet, - dies ist der Finger Gottes! ja der Kurfürst von derWahrheit und dem Eindruck überzeugt, den sie auf ihn mache, habe ihm die Hand gereicht unddas Versprechen von ihm gc.nom.nen, daß er der Erkenntniß dieser Wahrheit immer treu bleibentuotlc ^

Auch Melanchthons Zeugniß von dem weisen Kurfürsten darf hier nicht vergessen werden.

Kurfürst Friedrich in Sachsen , so schreibt er, sah als ein kluger, alter und erfahrner Regent" wohl ein, wie aus einem kleinen Funken bald ein großes Feuer werden könne. Weil abereine wahre Furcht Gottes bei ihm war, die nicht zuließ, daß er nur nach menschlichen und poli-tischen Absichten handeln sollte, sondern ihn vielmehr antrieb, auf Gort und scm Wort zu sehen,und die Ehre Gottes allem, was in der Welt ist, vorzuziehen, so glaubte er auch, daß es einevcrdammliche und ganz unauslöschliche Sünde und Verleugnung Gottes sey, von der Wahrheit,,die man einmal erkannt, wieder abzuweichen. Er las die Schriften Luther, mit allem Fleiß, und