I.
Ueber die Stiftung und erste Einrichtung der Universität.
^chon vor seiner Reise nach Jerusalem ging Friedrich III. mit dem Gedanken um, eine Uni-versität zu errichten, es that ihm wenigstens leid in seinem Lande noch keine hohe Schule zu ha-ben. So war nun auch nach der glücklichen Rückkehr von der weiten Reise, die Gründung derUniversität eine -er ersten Unternehmungen des Kurfürsten, und gemeinschaftlich mit seinem Bru-der Johann erließ er deshalb aus Weimar (1501) ein Ausschreiben: „daß die Universität Mitten«berg einen Anfang *) haben sollte." „Nachdem wir, heißt es in diesem Ausschreiben, betrachtenund bewogen, daß viele Leute und Personen sind, von Adel und andern standen, die zu lernenLieb und Neigung haben, auch dazu geschickt erfunden wurden, aber daß durch Unfleiß unt»Mangel guter und gelehrter Meister verhindert und versäumet, darum wir vorgenommen, Gottdem Allmächtigen zu Lobe, gemeinen Nutz und unsern Unterthanen und andern zu Beförderung,etliche gelehrte Personen und Dvctores und Meister in unsere Stadt Wittenberg an der Elbe ,in unsers Herzogen Friedrichs Kurfürsicythum zu Sachsen gelegen, zu bestellen und zu verordnen,auf Vergunst und Erlaubniß der Oberhand, in den freien Künsten, der heil. Schrift, geistlichenund weltlichen Rechten, Artzcney, Poctcrey und andern Künsten, auf jetzund Lucia des heiligenEvangelisten Fest anfänglich zu lesen und excrciren, auch in denselben zu promoviren. Und habendahero aus besondern Gnaden verordnet, daß diejenigen, die da studiren, sollen in berührten Fa-kultäten 3 Jahr, die nächst nacheinander folgen, frei promovirct werden. „Wir wollen auch diePersonen, so an gedachtes Ende zu lesen und zu studiren kommen, mit gebührenden Freiheitenfürsetzen, darbet handhaben und gnadiglichen beschützen. Darnach sich ein jeder mag haben zurichten. Geben in unser Stadt Weimar , am Tage des heil. Apostels Bartholomäi, nach Christiunsers Herrn Geburt, Eintausend Fünfhundert und Ersten Jahre."— Sowohl von derweltlichen als der geistlichen höchsten Behörde war die nachgesuchte Genehmigung zur Errichtungder Universität verwilligt worden. Kaiser Maximilian hatte schon 1495 auf dem Reichstage zuWorms den versammelten Kurfürsten den Antrag gemacht, daß ein jeder in seinem Lande einehohe Schule errichten möchte, §,r war daher sehr bereitwillig dem*Kurfürsien Friedrich für dieUniversität Wittenberg 1502 has gewöhnliche Privilegium zu ertheilen. Die erste Bestätigungvon der geistlichen Behörde, dem Cardinal Rayniundus in Magdeburg , war ein sogenannter But- -terbrief, wodurch den Studenten und Professoren erlaubt wurde, in der Fastenzeit Butter undMilchspeisen zu essen. Es genügt hier nur den Titel dieses Privilegiums anzuführen: ilaymun-
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