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z« Bretten , einer klemm Stadt in der Unterpfalz, geboren. Sem Vater, ^^E^Schwar,erd,war Rüstmeistcr des Pfalzgrafcn am Rhein . Der junge PHMp besuchte zmrst drr ) zPforzheim , die Vaterstadt des berühmten Rcuchlin, her sich w Paus, Orleans , Floren,
Rom gebildet hatte, und des jungen Philipp, der sein naher Verwandter war, um so freundlicherannahm, da er dessen Genius frühzeitig erkannte. Denn als Reuchlin ibvo aus ^alwn zurück-kehrte, begrüßte ihn der zwölfjährige Philipp mit der Ausführung eines von ,-m selbst 9 scDr .denen lateinischen Lustspiels, worüber Reuchlin so erfreut war, daß er ihm semen Dc> h
setzte und. ihm seinen deutschen Namen ln den griechischen umtaufte. Schon >m so g J )zog Melanchthon nach der hohen Schule zu Heidelberg , und die Philosoph. [* edem i4jahrigen Knaben die Würde eines Baecalaureus. Die Magisterwurde der ph s Ph st)Fakultät wurde ihm jetzt noch versagt, er erhielt sie zwei Jahre später >n Lubingen ). ^ '
sem Jahre erschien seine griechische Grammatik; er machte sich jetzt schon durch mc-rer )sche und philologische Schriften bekannt und hielt in Tübingen Vorlesungen. Auf seines^Frcu -des Reuchlins Empfehlung ward er Ibis nach Wittenberg als Professor der griechischen ^pra )berufen und begann hier mit großem Beifall seine Vorlesungen über tzomrr, Hesiodus, op okles, Herodot und Thukydides . Sogleich in seiner Antrittsrede „de corngendis ac o escen ^studiis“ kündigte er sich als den begeisterten Griechenftennd an, der darauf drang, dasder Griechen zur Grundlage der Bildung zu machen. „lungendae, heißt es in dieser e e,graecae literae la tinis, ut philosophos, theologos, oratores, poetas, quaque te vertas remipsam adsequare, non umbram rerum. — Hoc quasi viatico comparato ivnuwg , ut Platoait, ad Philosophiam accede. — Inprimis hac eruditione graeca opus est. Primum valentAristotelis Moralia, Leges Platonis , Poetae. Homerus Graecis fons omnium discjplma-
rum.“ — So sehr auch die akademische Jugend sich zu Luther und dessen aufregender Lehrehingezogen fühlte, so hatte Melanchthon doch immer eine vielleicht noch größere Anzahl von Zu-hörern um sich versammelt **). Mit großer Vorliebe war Melanchthon dem Studium des clas-sischen Alterthums zugethan und lehnte es daher anfänglich ab, Vorlesungen über das neue Te-stament zu halten, weshalb ihn auch Luther bei dem Kurfürsten Friedrich verklagte. „Ew. Kurt-Gn., schreibt Luther , wissen ohne Zweifel, daß allhier von Gottes Gnaden eine feine Jugend ist,begierig des heilsamen Wortes, aus fernen Landen, auch viel Armuth darob leiden, daß Etliche nichtsdenn Wasser und Brod zu essen haben. Nun habe ich an M. Philippus gehalten, weil er von Gottesbesonderen Gnaden reichlich begabt.ist, die Schrift zu lesen, auch besser, denn ich selbst, (und ob tch'sschon gerne thäte, die Bibel zu verdeutschen müßte nachlassen) daß er anstatt seiner griechischen Lec-tio» der heil. Schrift Lection sich unterwande, weil die ganze Schule und wir alle das höchlich
*) €« ist, schreibt er selbst, zuweilen kehr gut, wenn jungen Leuten nicht all« Wünsche befriediget werden.Das habe ich zu Heidelberg erfahren. Start daß mich die Verweigerung der Magisterwurde meder»Seschlagen hatte, wurde ich nur desto mehr zum Fleiße ermuntert."
**) „Gewöhnlich umgaben ihn, - sagt Heerbrandt in seiner Leichenrede - zweitausend Zuhörer.Unter diese« waren stet« Prinzen, Grasen, Barone, Edelleute. Au« allen Gegenden Deutschland «,— wa« sage ich Deutschland «? - au« allen Ländern Europa '«, au« Frankreich , England, Ungar»,Italien , selbst au« Griechenland strömten sie, gelockt durch seinen Ruf, nach Winenberg."