gegebenen Inschrift erfahren wir, daß der Professor Georg Crakow dieß Bild jum Andenken anseine im Jahre 1563 gestorbene Gattin malen ließ *). Vornan kniet der würdige Vater mit ge-falteten Handen, das Haupt entblößt, hinter ihm vier Söhne, von denen die beiden älteren denStudentenmantel, der dritte und vierte, der kaum hinter dem Wappen hervorschaut, ein Ordens--kleid tragen, wodurch sie als „oblati" einem geistlichen Orden geweihte, bezeichnet sind, wasaber wohl nur ein von dem Maler ihnen gegebenes Costüm war, da der Vater langst schon Pro-testant war und spater als Geheimer Rath in Dresden , des heimlichen Calvinismus verdächtig,auf der Tortur 1675 starb. — Die Mutter gegenüber hat ihre drei Töchter vor sich und knietim' Hintergründe; denn wenn auch der Vater die Knaben ihnen selbst überlassen darf, so nimmtdie besorgliche Mutter doch auch an frommer Statte die Kinder gern vor sich, um sie im Augezu behalten. Im Hintergründe sieht man Hirten auf dem Felde, ein hohes Felsenschloß undeine etwas phantastisch gebaute Stadt. —
*) Gewöhnlich müssen Fremde erfahren, daß Bugenhagen mi« seiner Familie hier abgebildet sei, wozuvielleicht das nahe steinerne Bild, ohne jedoch Aehnlichkeit zu haben, auch nur im Wappen, Veran-lassung gegeben haben mag. »ein Arveifel bleib« in vcr Jnschrif» übrig, daß <Lr»k»n» dieß Gemälde
zum Andenken seiner verstorbenen Gattin fertigen ließ.
Heic prope dilectum sum condita Sara parentem,
Qui Bugenhagen nomine clarüs erat.
Exteriore loco templi mea sculpta figura est,
Additaque aetatis Tempora certa meae *).
Quae suerit vitae ratio, quique; exitus huius:
Haec hrevibus numeris significata lege ir-er «na CracoTio doctori lustra marito
Fida thori consors iunctaque costa fui,
Ingenio et sanctis praestabam moribus uxor,
Displicuit caro nec mea forma viro.
Quattuor ex illa peperi, Christo auspice, natos,
Ter quoque foeminea prole beata fui.
Septimus ille labor Lucinae sustulit aegram,
Claudentem in Christi fata suprema fide.
At me non ficto complexus amore maritusConstituit luctus haec monumenta suiTu quisquis transis, vitae non immemor huius,
Dic, nihil est firmum perpetuumque nihil.
*) Die hier erwähnte Figur Sara'« befindet sich lebensgroß in Stein an der äußeren östlichen Seiteder Kirche mit der Umschrift:
A. MDLXIII XVI. DEC. MORT. ET SEPVLTA EST HONEST. MATR. SARAREV. V. O. BYOENH. PQM. ET CONI .GEORG. CRACOV. I. V. D. ET INHAC AC. PROTEST.