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Glaube Friede, Trost und Freude gibt, darum soll die Rose weist, und nicht roth seyn; dennweiß ist der Geister und aller Engel Farbe. Solche Rose im himmelblauen Felde, daß solcheFreude im Geist und Glauben ein Anfang ist der himmlischen Freude zukünftig, jetzt wohl schondarin begriffen, und durch Hoffnung gefaßt, aber nicht offeybaar, Und um solch Feld einen gol-denen Ring, daß solche Seligkeit im Himmel ewig währet und kein Ende hgt, und auch köstlichüber alle Freuden und Güter, wie das Gold das Höchste, köstlichste Er; ist." -r-
Die steinerne» Bilder von Jacobus und Andreas an der Stadtkirche.
fTab. L. ]
Von den vielen Figuren an der Außenseite der Wittenberger Stadtkirche stehen, vielleicht alsgerettete Ueberbleibsel aus dem großen Schiffbruche des Bildersturms, nur noch die beiden ApostelJacobus und Andreas auf der Südseite, worin ein guter Stil wahrzunehmen ist. Auf den ge-genüberstehenden Postumeyten an der Nordseite ist nichts me-r zu sehen,
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fTab. M.J
Das vielleicht älteste Denkmal der Bildhauerei befindet sich als Schild über dem Thore desalten Gottesackers vor der Stadt, rechts an der Straße. Dieses ist ein halber Zirkelbogen, wor-an alle Glieder mit Laubwerk verziert sind- Das Schild Christi auf den Regenbogen, die Füßeauf die Erdkugel stemmend, sitzend als Richter am jüngsten Tage mit der Jahreszahl 1305 . DieseStellungsarc mir Schweröl Uyv Lilie, Vcrhammüng und Gnade, oder Schuld und Unschuld, istsehr alt, und soll das Wappen der Stadt gewesen sein, bevor das itzige angenommen worden,welches ein Doppelthurm ist; auch links an der kleinen Thür nach der Sakristei der Stadtkirche,auf der Nordseite, befindet sich dieselbe Abbildung im größer» Maßstabe mit der Jahreszahl 1539,die aber wohl neuern Ursprungs ist. Noch jetzt bildet diese Gestalt das Kirchensiegel der Stadt-kirche. Luther in seiner Vermahnung an alle Christen, sich für Aufruhr und Empörung zu hüten,tz I. 1522 bei Lomber Th- I. S. 270 äußert sich darüber auf folgende Weise. „Die Malernialen Christum auf dem Regenbogen, daß ihm eine Ruthe und Schwerdt aus dem Munde geht,welches ist aus Esaia XI. 4 genommen, da er spricht: „Er wird schlagen die Erde mit dem Stäbeseines Mundes, und mit dem Odem seiner Lippen die Gottlosen todten — daß aber die Malereine blühende Ruthe male», ist nicht recht. Es soll ein Stab oder Stange seyn, und beide,Stange und Schwerd allein über dir eine Seite gehen, über die Verdammten."
Der Fahnenritter auf dem Hofe der Apotheke.
fTab. N.]
Dieses Relief findet sich im Hofe der gegenwärtigen Apotheke, welche ehedem Besitzung undWohnhaus von Lucas Cranach war; es ist über Lebensgröße, gut gearbeitet in Sandstein, undstellt einen geharnischten Ritter vor, der eine Fahne tragt. Der Vermuthung des jetzigen Haus-