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König Friedrich Wilhelm IH. von Preußen zur Feier des dreihundertjährigen Jubelfestes derReformation mit eigener Hand den Grundstein legte, auf welchem Luthers Denkmal ruhen sollte *).Mit freudigem Vertrauen erkannte in dieser Feier zunächst Sachsen , welches feit langen Jahrendie Gegenwart eines evangelischen Landesherrn in Wittenberg entbehrte, so wie das ganze evange-lische Deutschland , welchen treuen Handen, das Heil der von dem Zwange des Papstes freienKirche befohlen sei. Der König war zu diesem Ehrenfeste den 31. October 1817 in Wittenberg eingetroffen. Nachdem er am 1 . November dem Gottesdienste in der so eben wieder hergestell-ten Schloßkirche beigewohnt, begann der Zug zur feierlichen Legung des Grundsteins.
Auf dessen marmorner Deckplatte war folgende Inschrift eingehauen r„In Gegenwart
Sr. Majestät Friedrich Wilhelm III. Königs von Preußen.
Sr. Königl. Hoheit des Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Preußen .
Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Friedrich Carl Alexander von Preußen. Söhne des Königs.
Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Friedrich Wilhelm Ludwig von Preußen . Bruderfohn des Königs.
Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Friedrich Wilhelm Carl von Preußen . Bruder des Königs.
Er. Hoheit des Herrn Herzogs Carl Friedrich August von Meklcnburg-Strelitz, commandiren-den Generals der Königl . Garden.
Sr. Excellenz des Herrn Friedrich von Schuckmann , Staatsminister des Innern.
Des Herrn Wilhelm v. Brockhusen, Obristlieutenants u. Commandanten der Festung Wittenberg .
Des Herrn August Friedrich Ludwig Dörffurt, Doctor der Philosophie, Vorsitzenden Bürger-meisters der Stadt.
Der Herren Directoren des evangelischen Prediger -Seminarii:
Carl Ludwig Nitzsch, Doctor der Theologie und Philosophie.
Johann Friedrich Schleusner , Doctor der Theologie und Philosophie und Propst.
Heinrich Lconhard Heubner, Doctor der Philosophie,ist dieser Grundstein zum Andenken des v. Martin Luther und der Vereinigung beider evangeli-schen Kirchen, heute den isten November des Jahres 1817 am zweiten Tage der Secularfeierder Reformation gelegt worden."
Se. Majestät der König, sämmtliche Prinzen und Prinzessinnen verfügten sich in die Ver-tiefung an die zur Aufnahme des Grundsteins gemachte Vorrichtung, gaben dem Grundsteineein jeder drei Kellen Mauerspeife, und als er darauf von Herrn Director Schadow fest einge-drückt war, drei Hammerfchlage. Den Augenblick dieser Grundlegung bezeichneten die milltairi-schen Honneurs von dem, an eben diesem Tage auf seinem Heimwege aus Frankreich bei Wit-kenberg cingetroffenen, tapfern, Colbergischen Regimente, welches in der Nahe auf dem Markt-plane aufgestellt war, und in die Ferne hin der Donner der Kanonen von dem Stadtwalle.Jetzt sprach der Herr Generalsuperintendem v. Nitzsch Worte der Weihe über das hier dem