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Wittenbergs Denkmäler der Bildnerei, Baukunst und Malerei / herausgegeben von Johann Gottfried Schadow
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123
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großen Luther zu errichtende Denkmal, daß es Gott auf ewige Zeiten erhalten und schützen mö-ge, wobei Se. Majestät der König, die Königl. Prinzen und jeder sein Haupt entblößte, undselbst das ganze Regiment die Tschakos abnahm, während es das Gewehr beim Fuß setzte. Nachdem laut gesprochenen Gebet des Herrn sang zum Beschluß dieser Feierlichkeit der Sängercho'rden letzten Vers aus dem Liede:Nun danket alle Gott, " worauf von den anwesenden Mau-rern der gelegte Grundstein sofort überwölbt wurde-

Die Errichtung des Denkmals schritt rasch vorwärts, der Director Schadow vollendete mitrastlosem Eifer das schon früher entworfene Modell, der Geh. Oberbaurath Schinkel entwarf eineZeichnung zu einem Baldachin, welche der Königl. Eisengießerei in Berlin zur Ausführung über-geben wurde, und der Oberbaudirector Triest ließ zu dem Fußgestcll große Granitblöcke aus derGegend von Freienwalde herbeischaffen, die von der geschickten Hand des SteinmetzmcisiersWimmel nach der Zeichnung des Geh. Oberbauraths Schinkel zugerichtet wurden. Der Guß derStatue wurde in der Königl. Kanonengießerei in Berlin durch Herrn Lcquire, und die Lieferungdurch Herrn Covi sehr geschickt ausgeführt, und so hatte die Hauptstadt das Vergnügen, dasfertige Denkmal in der Werkstatt des Herrn Directors Schadow schon am 5. October I820 auf-gestellt zu finden. Zur feierlichen Aufstellung des Denkmals in Wittcnbcrg war von dem Königedas Reformationsfest des Jahres 1821 bestimmt worden. Ueber die dabei stattgefundencn Fei-erlichkeiten giebt der Bericht eines Augenzeugen umständliche Auskunft *). Zu bemerken ist hier-bei, daß, als die mit dem Denkmal beauftragten Künstler gegen das Fußgesielle von GranitEinwendungen machten, der König folgende Kabinetsordre an den Minister v. Altenstein erließ:

Nach Ihrer Anzeige vom 12. v. M. hat es seine Schwierigkeit, den über der Bildsäule desD. Luther zu errichtenden Baldachin von Gußeisen mit dem Fußgestcll derselben, nach der anlie-genden Zeichnung in Verbindung zu setzen, wenn zum Fußgestell Granit genommen wird; an die-ses Material knüpft sich indessen die Idee von unerschütterlicher Festigkeit, dem Charakter desMannes so ganz entsprechend, dessen Bildsäule auf diesem Fußgestelle errichtet werden soll; undIch würde es daher nur ungern nachgeben, ein anderes Material statt des Granits zu wählen.Wenn auch die Verbindung des Baldachins mit dem Fußgestell von Granit sich weniger gut aus-führen läßt, so wünsche ich doch aus dem angeführten Grunde, daß diese Steinart beibehaltenwerde, und überlasse Ihnen, dies dem Geh. Oberbaurath Schinkel und Director Schadow zu er-öffnen. Berlin , den 1. September 1818 .

tgez-H Friedrich Wilhelm,

An

den Staats-Minister Freiherr « v. Altenstein.

Wie schon die Wahl des Ortes darauf hinweist, daß das Denkmal nicht einem besondernLebensverhältniß, sondern der allgemeinen Wirksamkeit des Reformators gelten sollte, so hat

^ (SArif, «,Eals»perinlendenten u. s. w. zu Magdeburg :

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[ 16 * ].