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Wittenbergs Denkmäler der Bildnerei, Baukunst und Malerei / herausgegeben von Johann Gottfried Schadow
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127
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D.

Die drei Bildnisse von Peter Bischer, Lnkas Cranach d. A. und

I. G. Schadow.

Wenn uns nicht sowohl wissenschaftliche Neugier, als vielmehr ein dankbares Gefühl vor jedemKunstwerke, welches uns interessirt und erfreuet, auffordert, nach dem'Namen des Künstlers zufragen, dem wir es verdanken, wenn wir gern von dem Lehen, und den Schicksalen eines Künst-lers erzählen hören, so ist es uns nicht weniger erfreulich, die Züge eines berühmten Mannes imBilde vor uns zu haben. Eine willkommene Zugabe zu den Wittenberger Denkmälern werdendeshalb die Bildnisse der drei Meister sein, denen die Stadt die vorzüglichsten der von uns mit-getheilten Kunstwerke dankt.

Peter Bischer, Rothgießer in Nürnberg .

Das Jahr seiyer Geburt ist unbekannt, selbst darüber ist man in Zweifel, ob Hermann Bi-scher, der in Nürnberg seine Werkstatt hatte, 1487 starb, oder ob Eberhard Bischer in Nürnberg ,der 1488 starb, sein Vater war. Peter Bischer ging in seinen Wanderjahren nach Italien ,wo damals die Kunst in allen Zweigen blühcte. An dem prächtigen Sebaldusgrabe, in Nürn­ berg erkennt man, daß er sich die Arbeiten des berühmten Florentiners Ghiberti zum Vorbildgenommen hat. Dies Grabmal, welches P. Bischer im I. 1519 mit Hülfe seiner 4 Sohne, wiedie daran befindliche Inschrift sagt, vollendete, ist in jedem Falle seine gelungenste Arbeit. Nicktso gelungen können wir das Grabmal des Erzbischofs Ernst von Sachsen in der Domkirche zuMagdeburg nennen, welches er 1497 vollendete; vielleicht aber tragt hierbei der Ciscleur, der diein Guß gewiß schönen Apostelsköpfe verdorben hat, mehr Schuld als Bischer selbst. Von einemseiner Söhne, Johann, befindet sich in der Domkirche zu Berlin das metallene Monument desKurfürsten Joachim I., vom Jahr 1530. Wir führten oben das Urtheil Sandvarts über PeterBischer an; er hat, ohne die Quelle zu nennen, die Handschrift des Nürnberger Rechenmeisters,Johann Neudörfcr, vom I. 1547 benutzt, weshalb wir zur genauern Dergleichung hier nochmittheilen, was Neudörfcr von ihm erzählt:Dieser Peter Bischer war gegen männiglich freund-lichen Gesprächs und in natürlichen Künsten als ein Layc zu reden, fein erfahren; im Gießenauch dermaßen bei Herren berühmt, daß, wenn ein Fürst herkam, oder ein großer Potentat, er es