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selten unterließ, daß er ihn nicht in seinen Gieshütten besuchet, wie er aber ausgesehen, und wieer täglich in seinen Gieshütten umgegangen und gearbeitet, daß findet man unten am Fuße amSt. Sebaldusgrabe."
Nach einem Abguß von diesem kleinen Bilde, welchen Hr. v. Göthe die Güte gehabt hat,Hrn. Direktor Schadow zu schenken, hat derselbe die beigefügte Steinzeichnung ausgeführt.
Dem Rothgießer Peter Bischer wiedcrfuhr die Ehre, daß er zu einem „Genannten des gro« •ßcn Rathes" erwählt wurde, obwohl sonst die Nürnberger patrizischen Familien sehr eifersüchtigauf solche Stellen waren. — Er starb zu Nürnberg d. 7. Jan. 1529 (nach anderen 1530). Un-ter seinen Arbeiten findet man gewöhnlich seinen Namen, zuweilen nur die Anfangs-Buchstaben,oder das Zeichen der Fische x. Außer den schon genannten Arbeiten P. Vischer's führen wirnoch folgende an. 1) Ein unbekleideter Jüngling mit gespanntem Bogen;'stand sonst Mf einemBrunnen auf dem Schießgrabcn (der jetzigen Grübelstraße) in Nürnberg . Die Figur ist 2 \ Fußhoch, und befindet sich jetzt auf der Burg zu Nürnberg in der Kön. Bildcrgaflerie.
IL Ein bronzenes Basrelief, Christus unter dem Kreuze, mit dem Zeichen von P. V. , undder Jahrzahl 1522, in der Acgidiuskirche zu Nürnberg . (Wahrscheinlich von einem seiner Söhne.)
in. Ein kleiner Hund in dem volkamerischen Eabiner zu Nütnberg. '
IV. Ein Cardinalskopf, der umgekehrt einen Narrcnkopf vorstellt; in derselben Sammlung.!»
V. Das Denkmal einer Frau von Tücher, in der alten Pfarrkirche zu Rcgcnsburg.
VI. Zu einem Brunnen auf dem Schlosse zu Aschaffenburg hatte P. B. die erzbischöflichenWappen künstlich gegossen.
Nachrichten über Peter Bischer findet man in folgenden Büchern, Sandvart, Doppelmayer,S. 284 , Murr's Journal ri. E). 68. Äergl. Beitrage zür Kunst ustd Literatur-Geschichte,Nürnb. 1822 . Erstes Heft S. so. Neues Taschenbuch v. Nürnberg 1819. Vorrede V., Fiorillo'sGeschichte der zeichnenden Künste in Deutschland 1 . Th. S. 262—264. Kunstblatt 1822 , No. 36.0 . 14 2 .
Lucn s Cr a nach, der Vater.
Stellen wir Lucas Cranach in die Reihe der großen Meister in seiner Kunst, die vor ihmund mit ihm zu gleicher Zeit in Italien lebten, so müssen wir ihm einen sehr untergeordnetenRang anweisen; besuchen wir ihn aber in seiner Werkstatt in Wittenberg , wo er ohne Meister,ohne Vorbilder, ohne Gemeinschaft mit anderen Künstlern sich ausbildete, so ehren wir seinStreben und erfreuen uns an den Vermächtnissen seiner Kunst. Ueber das Vorzügliche seinesColorits, über die Mangel seiner Zeichnung, so wie über das, was man überhaupt den Stilund die Manier eines Künstlers nennt, haben wir bei'den einzelnen Bildern von ihm, die wirin Umrissen mittheilen, schon ausführlich gesprochen. Wir beschränken uns also hier darauf, einekurze Erzählung seines Lebens zu geben *).