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Wittenbergs Denkmäler der Bildnerei, Baukunst und Malerei / herausgegeben von Johann Gottfried Schadow
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131
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ber bei Catharisia von Dora, und zum Pathen seines erstru Sohnes, und hatte an ihm selbst beider Bibelübersetzung einen thätigen Gehülfen.Bei meiner Bibelübersetzung, schreibt er an Spa-latin, ist mir Meister Lncas mit Rath und That zur Hand. gegangen und hat mir vom sächsischenHofe vielerlei Edelsteine zur Ansicht geschafft, damit ich bei mehreren biblischen Stellen, beson-ders bei Uebcrsetzung des 21 . Hauptsiuckcs der Offenbarung Johannis die wahren Benennungennach allen Schattirungcn der Farben habe finden können." Unter den andern Lehrern der Uni-versität waren ihm Melanchthon, und besonders der Professor und v. beider Rechte, Christ.Scheurl, nahe befreundet. Der letztere erwähnte den Meister Cranach sehr ehrenvoll in einerRede, die er 1509 in Wittenbcrg hielt * *), und wenn unsere Künstler ob mit Recht, lassen wirunentschieden, sich oft über eine undankbare Mitwelt beklagen, so hatte Cranach die Freude, schonbei seinen Zeitgenossen volle Anerkennung zu finden. D. Scheurl übcrfchicktc dem Freunde jeneRede mit einem Briefe, aus dem wir folgende Stellen ausheben:

Unseren redlichen Fürsten Johannes hast du so vortrefflich gemalt, dqK die Einwohner vonLochau beim Eintritte in die Burg, wenn sie durch das obere Fenster einen Theil des Gemäldessahen, von Ehrfurcht ergriffen das Haupt entblößten, und die Kniee beugten. Eine gleiche Ehreerwies diesem Gemälde der kurf. Hofbcdiente (Rupert Hundk), als du es IN die herzogt. Burgbrachtest. Zu Torgau hast du Hasen, Fasanen, Pfauen, Rebhühner, Enten, Wachteln, Kram-metsvogel, wilde Tauben und verschiedenes anderes Flügelwcrk der Art aufgehängt; welche einstder Graf Schwarzburg , als er sie sah, hinauszubringcn befahl, damit sie nicht übel röchen; undda er sich von dem Fürsten ausgelacht sah, trat er sogleich naher, und betheuerte eidlich, es seywenigstens ein Flügel einer lebendigen Ente gewesen. Der herzogliche Jäger Georg zu Coburg,obgleich er wußte, daß du jenen Hirsch, welchen er gefangen hatte, gemalt hattest, glaubte den-noch, die Geweihe seien eingemauert, und da man ihm das Gegentheil versicherte, so wollte eres nicht glauben, bis er durch die Berührung mit seiner Hand überzeugt war. Deine Rebhühnerund Enten zu Lochau wurden ohne Unterschied von allen unvermuthct angekommenen Fremdenals lebendig erkannt; denn obgleich du im Ganzen rechtschaffen bist, so täuschest du doch Jeden,so oft es möglich ist.

So viel ich sehe, bist du nicht nur keinen Tag, sondern auch nicht einmal eine Stunde müs-sig; immer bist du mit deinem Pinsel beschäftigt. Fähren dich die Fürsten auf die Jagd, sobringst du deine Zeichentafel mit, worauf du wahrend der Jagd schon dasrlhjd zeichnest, wie Frie-drich einen Hirsch fangt, oder Johannes ein Schwein verfolgt. Es ist bekannt, daß dieses denFürsten eben so sehr zum Vergnügen gereicht, als die Jagd selbst."

die Juden einmal singen: Jo, Jo, Jo! der Ostertag wird uns auch kommen, so wollen wir dannsingen, Allcluja. Es muß eine kleine Zeit geschwiegen und gelitten sein. Ein wenig sehr ihr mich«ich«, und über ein wenig seht ihr mich, spricht Christus. Ich hvf, es so» jetzt auch so gehen. DochGeile« Wille: als der allerbeste, geschehe hierin», wie im Himmel und Erden. Amen.

, Grüß mir Meister Christian und sein Weib, wollt auch dem Rath meinen großen Dank sage»für die Fuhre.

*) Oraiio Oocioris Sclieurli attingens litterarum praestantiam, nec non laudem ecclesiae Collegiate \Yit-lenbergensis. Lipsiae 1509. Vergl. Löserü Beitrage Bd. 2. S. 201 bis gg.

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