Sonnenauf- und Untergang.
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dem ist es mir bedenklich dass die Sphinx, die den Standder Sonne in der Jungfrau und iin Löwen bezeichnen soll,doch zugleich mit einein Steinwurf durch einen Mann, deralsdann nur Oedipus seyn könnte, bedroht wird. Denn Oe-dipus wäre völlig überflüssig, wenn es nur auf die verei-nigte Form von Jungfrau und Löwe ankäme, die man sichin der Sphinx, wie zwei Buchstaben in einem Zug, zusain-mengezogen denken sollte. In so fern beide Seiten derVase unverkennbar auf einander Beziehung zu haben schei-nen , was Sie gewiss mit Recht geltend machen, hat IhreVoraussetzung dass die eine den Mond angehe, wie die an-dre die Sonne, mehr Ansprechendes als die Behauptung dassdie Sonne hier in ihrem täglichen Aufgang und dort in ir-gend einem Stand im Jahreslauf gefasst sey: nur stimmt mitIhrer Annahme, die an sich natürlich und, wie mir dünkt,dem Geschmack der Alten, der Poesie die ihre Künstler lei-tete, vollkommen gemäss ist, der symbolische Ausdruck dender Maler gebraucht hat, nicht eben so glücklich überein.Als ich mich nun fragte, was an die Stelle gesetzt werdenkönnte, um zugleich die unbekannte Scene mit der klarennach einem gewissen Gleichgewicht der Bedeutung zu paa-ren und auch die eigenthümliche, noch unbekannte Symbo-lik, durch die sie dargestellt ist, nach Wahrscheinlichkeitaufzuschliessen, ist mir der Sonnenuntergang eingefal-len. Ein schickliches Gegenstück zu dem Aufgang giebldieser unstreitig ab: sehen Sie also ob meine Vermuthungüber die Art wie er angedeutet sey, Ihnen wahrscheinlichgenug ist um sie Ihrer eignen vorziehen zu können.
Wir haben hier, wie ich glaube, zwei verschiedene Ar-ten des symbolischen Ausdrucks auf sehr originelle Weisemit einander verschmolzen, phonetische Hieroglyphik in derSphinx — bei welcher aller Zusammenhang mit dem Thebi-schen Mythus verschwindet, indem sie nur nach der Wort-bedeutung genommen wird — und gewöhnliche Symbolikin dem Steinwurf, welcher mit der Sphinx auch dem Sinnenach eben so sehr wie für das Auge zusammengehürt; so