Die Unterwelt
an einer Vase aus Ruvo im Museum zu Karlsruh *).
Über die Hauptvorstellung der grossen und bilderrei-chen in Ruvo gefundenen und von Neapel in die grossher-zogliche Sammlung in Karlsruh übergegangenen Vase, nach-dem sie erst vor wenigen Jahren mit grosser Aufmerksam-keit von Emil Braun ausführlich erklärt worden * 1 ), jetzt vonneuem zu sprechen ist eine missliche Sache. Man kann inEinigem von dem scharfsinnigen Vorgänger sich entfernenund in den Punkten die noch nicht über die Wahrschein-lichkeit hinauszubringen sind, Vermuthungen neue Vermu-thungen entgegenstellen: aber den letzten Aufschluss übereinen Theil des Inhalts müssen wir von der Entdeckungnoch einer oder der andern ähnlichen Vorstellung erwarten.Das entsprechende Gemälde der Vase von Canosa, jetzt inMünchen , giebt durch sein Verhältniss zu dem andern zwarmanche Aufklärung; aber die genaue Vergleichung von bei-den schafft uns zugleich auch neue Fragen. Einige Hülfegewähren ein paar andre in neuerer Zeit bekannt gemachteVasen. Auf die Unterwelt Polygnots zurückzugehen kann unszu nichts dienen als des grossen Unterschieds in der Hauptidee,in der ganzen Composition und in allen Personen, mit Ausnahmeeiniger die auch ohnehin klar seyn würden, inne zu wer-
°) Gerhards Arcbäol. Zeitung 1843 S. 177 —190.
1) Mon. d. Inst, archeol. II tav. 49. Annali 1847 T. IX p. 209 —252. Die Vase von Canosa tav. J. [Bei Gerhard beide Taf. XI u.XII, 1. Die von Canosa in K. O. Müllers A. D. I laf. LVI, 275].