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3 (1851) Griechische Vasengemälde / erklärt von F. G. Welcker
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Boreas und Oreilhyia.

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mieen, nicht nur der männlichen, sondern auch der weib-lichen Personen , selbst der Schwestern. 2) Die Gewändersind von feinem Stoff, weit und faltenreich, durchaus leichtund anmuthig fallend, zum Theil durch stärkere Bewegungfliegend, wie besonders an der Herse , der Aglauros undder Aphya. Die schonen Massen der Gewänder, der weitenÄrmel, die reiche Abwechslung die aus diesen Trachten,jetzt einer einfachen langen, jetzt einer doppelten Tunicanebst einem Peplus bei den Frauen, und eben so aus demstattlichen Chiton und Mantel hervorgeht, misst und wägtdas Auge mit Vergnügen. Die Mitren der Frauen sind mitbesondrer Sorgfalt und viel Geschmack behandelt; keinegleicht ganz der andern; ein Diadem oder Slirnschmuck,eine Binde um die Haube, ein blosses Band um das Haar,der verschiedene Schmuck der herabfallenden Bänder gebenjedem Kopfputz etwas Eigentlnimliches; und nicht minderist in der einfach zierlichen Anordnung des Haars Verschie-denheit zu bemerken. 3) Sprechend ist das Ethos, die aus-drucksvolle Individualität einer jeden Figur, jede ist derIdee des Ganzen und ihrer besondern Lage oder Rolle voll-kommen gemäss. Bewundernswert ist die Natur und Stim-mung des Entführers, die Bestürzung der Braut, die Ent-rüstung der Pandrosos, die Majestät des erschreckten Königs,die Angelegentlichkeit der eilig mehr schwebenden als festauftretenden Aglauros ausgedrückt. Und 4) haben alle dieseihrer Person und dem Moment so glücklich entsprechendenFiguren eine edle, kraftvolle, vornehme, hohe, fürstlicheHaltung. Über die Idealität der Formen, der Gesichtszügeinsbesondere lässt sich weniger urtheilen nach einer Vasewelcher gegenüber, mehr oder weniger unmittelbar ge-genüber wir ein im Grossen ausgeführtes Original zudenken haben. Es ist nicht vorauszusetzen dass in die-

Figuren in den Won, de lInst. sect. Fran£. pl. 9, Figuren die über-haupt nicht gar weit abstehn ron dem was wir als den Plygnoü-schen Styl auffasseu können.